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Mobiltelephone in der KDVR
#11
Hallo,

bzgl. der Thematik "neues Mobiltelefonnetz in der KDVR" hat Markus Weidner heute einen sehr interessanten Artikel auf teltarif.de geschrieben:

http://www.teltarif.de/arch/2008/kw08/s28957.html

Gruss,
Klaus
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#12
Big Grin 
Ich muß schon sagen, das Thema "Telefon" in Nordkorea ist ein absoluter Kassenschlager. Smile

Ihr kriegt hoffentlich keinen Schlag, wenn die Abrechnung kommt. Nach Nordkorea telefonieren ist nicht ganz billig. Aber es ist interessant zu sehen, wie ihr euch selber an die Analyse der Thematik gemacht habt.

Also ich weiß, dass es in Nordkorea ein altes Netz gibt, welches überwiegend für öffentliche Gebäude, Ministerien, Krankenhäuser etc. aufgebaut wurde. Das war noch unter Kim Il Sung.

Gleichzeitig mit dem Aufbau des Mobilfunknetzes in den 90ern wurde ein erstes Glasfasernetz verlegt, zu Beginn nur in der Hauptstadt Pyongyang. Dieses Glasfasernetz wurde zusammen mit einem italienischem Konzern aufgebaut und verbindet heute schon mehrere große Städte miteinander. In den großen Kliniken gibt es bereits die Möglichkeit der Ferndiagnose per Videotelefonie.

Das Mobilfunknetz mußte vorerst wieder abgeschaltet werden, weil der gleichzeitige Aufbau von Glasfaser- und Mobilfunknetz die finanziellen Möglichkeiten überstieg. Das Netz ist derzeit abgeschaltet, soviel steht fest. Die Notrufnummern einiger Botschaften sind Nummern aus dem Iridium Sat Netz. Man kann von den neuen Glasfaser Anschlüssen (193) eine Weiterleitung einrichten und die Mitarbeiter der Botschaften etc. sind dann abends oder nachts über diese Weiterleitung auf ihrem Sat. Telefon erreichbar. Da diese Sat. Telefone extrem teuer sind und nur in Ausnahmen zum Einsatz kommen sollen, stellt man lieber die 193 Nummer ins öffentl. Netz, als die eigentliche Iridium Nummer. Diese wird nur für den internen Gebrauch unter den Botschaftsmitarbeitern und Behörden zu Hause weitergegeben.
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#13
Orascom Telecom (aus Ägypten) meldete gestern in einer Pressemeldung, dass erste Telefonate (zur Prüfung der Funktionsfähigkeit) auf dem neuen Mobilfunknetz in Nordkorea geführt wurden:

Orascom Telecom Announces Success Of The First Call On CHEO Network In Democratic People’s Republic of Korea Cairo, May 19th , 2008:
Orascom Telecom Holding S.A.E. (“OTH”) is proud to announce
the successful completion of the first call on the CHEO Technology JV Company’s (“CHEO”) network in the Democratic People’s Republic of Korea (“DPRK”).
The success of this trial network using WCDMA (3G) mobile echnology represents the first step in providing coverage throughout the DPRK. CHEO, a subsidiary of OTH, is looking to launch its full commercial mobile services within the second half of 2008.
In January 2008 OTH, through its subsidiary CHEO, was awarded the first commercial license in the Democratic People’s Republic of Korea. The license has a duration of 25 years with an exclusivity period of four years.
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#14
Hallo,

SecGermany schrieb:Die Notrufnummern einiger Botschaften sind Nummern aus dem Iridium Sat Netz.

Seit wann ist die Benutzung von Iridium in Nordkorea erlaubt? Bis vor einigen Jahren war die Benutzung von Iridium-Telefonen und -Pagern in Ungarn, Polen, Sri Lanka und Nordkorea eingeschraenkt bzgl. lizenzrechtlich nicht moeglich.

Polen und Ungarn wurde mittlerweile aufgehoben, aber in Nord Korea und im Norden Sri Lankas (Tamilen-Konflikt) gilt dieses Embargo meines Wissens noch immer. Google mal nach "Iridium" und "North Korea. z.B. hier: hier (vorletzte Zeile: "Coverage is unavailable in North Sri Lanka and North Korea.")

SecGermany schrieb:Die Notrufnummern einiger Botschaften sind Nummern aus dem Iridium Sat Netz. Man kann von den neuen Glasfaser Anschlüssen (193) eine Weiterleitung einrichten und die Mitarbeiter der Botschaften etc. sind dann abends oder nachts über diese Weiterleitung auf ihrem Sat. Telefon erreichbar. Da diese Sat. Telefone extrem teuer sind und nur in Ausnahmen zum Einsatz kommen sollen, stellt man lieber die 193 Nummer ins öffentl. Netz, als die eigentliche Iridium Nummer. Diese wird nur für den internen Gebrauch unter den Botschaftsmitarbeitern und Behörden zu Hause weitergegeben.

Das was Du schreibst widerspricht sich und ich glaube es nicht. Wenn man eine Rufweiterleitung einrichtet, zahlt immer derjenige, der die Weiterleitung eingerichtet hat. Wenn ein +850 193 "Glasfaser"-Teilnehmer eine Umleitung zu Iridium einrichtet, zahlt ein Anrufer lediglich die Gebuehr zu +850 193 (also nach Nord Korea) und der Initiator der Weiterleitung zahlt den vollen Interconnect ins Iridium-Netz, also eine handvoll US$ pro Minute, wenn er angerufen wird.

Wenn ein Anrufer aber direkt die +8816 Iridium Nummer anrufen wuerde, zahlt der Angerufene in Nordkorea nichts, da der Anrufer bereits den vollen Preis ins Satellitennetz zahlt. Es waere fuer den Angerufenen finanziell hoechst schaedigend, eine +850 193 Nummer zu veroeffentlichen und diese ins Iridium-Netz weiterzuleiten!

Desweiteren ist mir absolut unklar, wie man eine Weiterleitung einrichten moechte, wenn das Mobilfunknetz abgeschaltet ist?!

Viele Gruesse,
Klaus
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#15
Gegenfrage Nr. 1) Wer verbietet die Nutzung des Iridium Netzes in Nordkorea? Die Regierung der DVRK verbietet dieses. Die Botschaften sind exterritoriales Gelände. Wenn der deutsche Botschafter in seiner Botschaft zum Iridium Handy greift, telefoniert er rechtlich gesehen aus Deutschland. Soviel zu deinem Argument, Iridium sei verboten.

http://www.ts2.pl/en/Iridium-countries
Siehe K 4. Stelle! (Der Anbieter kommt übrigens aus Polen und bietet seinen Service selbstverständlich auch für Nordkorea an.)

Du mußt schon genau die Informationen studieren, denn das einzige was in Nordkorea nicht funktioniert, ist das s. g. "paging" im Iridium Netz.

Da es bis vor kurzem kein eigenes Mobilfunknetz gab in Nordkorea, war es die einzige Möglichkeit, an jedem Ort des Diplomatic Compound erreichbar zu sein. Iridium Telefone gehören heute zur Standard Ausstattung aller ausländischen Hilfsorganisationen im Land, das ist Fakt.

Du kannst aber gerne einmal die deutsche Botschaft in Pyongyang anrufen und nachfragen, wo dein Anruf in der Nacht ankommt. Und dann frag auch gleich, ob die Botschaft in NK die einzige war, die nach der Einführung des Iridium Netzes kein solches Handy bekommen hat.
Das AA hat soviel ich weiß alle seine Botschaften mit einem solchen Gerät ausgestattet. Abgesehen davon gibt es Foto´s auf denen der Deutsche Botschafter eindeutig mit einem solchen Telefon telefoniert, erkennbar an der dicken Antenne. Sobald ich sie wiedergefunden habe, kriegst du einen Link.

Es gibt derzeit 4 Systeme in Nordkorea:

-ein veraltetes Kupferdraht Inland System
-ein veraltetes Kupferdraht Ausland System
-ein modernes Glasfasersystem in Pyongyang und Kaesong
-ein Mobilfunknetz von Orascom

Das Glasfasersystem gab zum ersten mal eine Möglichkeit, eine Rufweiterleitung einzurichten. Diese Möglichkeit gab es vor 1998 nicht. Defakto konnte man die Deutsche Botschaft telefonisch nur über stundenlange Selbstwählaktionen erreichen, denn der Zugang zum "kupferdraht Ausland System" war mehr als eingeschränkt. Und nun willst du mir glaubhaft machen, die Deutsche Botschaft hätte kein Sat.-Handy (gehabt)? Sie würde im Notfall stundenlang über den nordkoreanischen Kupferdraht wählen, was einfach unvorstellbar wäre.

Hier ein Bericht zu Iridium und den US Botschaften in aller Welt und warum sollten es die BRD Botschaften anders halten?

"Every American embassy now has at least a few Iridium phones for field, backup and emergency communications."

https://www.bluewaterweb.com/Newsletters...ridium.asp

Und ganz zum Schluß:

Seit wann interessieren Kosten, wenn es um staatliche Organe geht? Laß die Weiterleitung 20$/Minute kosten, es wäre völlig egal!

Wenn die Botschaft ihre Iridium Nummer veröffentlicht, kann sie davon ausgehen, dass diese als Notrufnummer nicht mehr geeignet ist. Jeder Reporter, jeder Fernsehsender, jeder mit zu viel Geld würde sich der Einfachheit halber über Iridium an die Botschaft wenden, das Handy stände nicht mehr still. Also geht man den Umweg und stellt die Glasfaserfestnetznummer zur Verfügung und leitet diese bei Bedarf an das Iridium Handy weiter. Somit bleibt die Iridium Nummer geheim.
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#16
Hallo,

danke fuer den interessanten Bericht.

SecGermany schrieb:Du mußt schon genau die Informationen studieren, denn das einzige was in Nordkorea nicht funktioniert, ist das s. g. "paging" im Iridium Netz.

Weshalb funktioniert Iridium-Paging nicht in Nord-Korea?

Habe eben mal versucht, meinen Iridium-Pager in die "Message Delivery Area" 850 (Nord-Korea) einzubuchen, hat funktioniert:

   

Testen, ob Nachrichten dort ankommen, kann ich nicht, weil ich mich zur Zeit leider nicht vor Ort befinde und werde es auch nicht pruefen koennen, solange man bei Einreise alle elektronischen Geraete, die zur Kommunikation dienen, abgeben muss.

Zum Hintergrund, wie der Pager funktioniert:

Es gibt "Follow-Me Paging" und "Standalone Paging". Beim Follow-Me Paging wird der Anruf, wenn das Telefon nicht erreichbar ist, an den Pager weitergeleitet.

Beim Standalone-Paging ist der Pager unabhaengig vom Telefon, man muss ihm allerdings mitteilen, wo auf der Welt er sich gerade befindet, um Nachrichten empfangen zu koennen. Iridum hat die Welt hierzu in vielen kleine Zonen ("Message Delivery Areas") aufgeteilt:

   

Danke und Gruss,
Klaus
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#17
Da ich selber nicht im Besitz eines Iridium Gerätes bin, kann ich das ebenfalls nicht überprüfen. Ebenso gebe ich mein Handy in Sunan beim Zoll ab. Aber die DVRK hat andere Sorgen, außer eines Iridium Pagers. Wink
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#18
Arbeitet das neue Orascom-Netz schon? Ist geplant das Netz auch Touristen zugänglich zu machen oder bleiben da die bisherigen Regeln mit Handy abgeben?
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#19
sepp811 schrieb:Arbeitet das neue Orascom-Netz schon? Ist geplant das Netz auch Touristen zugänglich zu machen oder bleiben da die bisherigen Regeln mit Handy abgeben?

Soweit mir bekannt, arbeitet das Orascom Netz bereits in Kaesong und Pyongyang. Die Nutzung wird aber vorerst auf Betriebe und staatliche Stellen beschränkt, eben die Stellen, die dringend ein Handy benötigen. Bis es auch für Touristen zugänglich gemacht wird, muss es zuerst einmal vollständig ausgebaut werden. Wäre mal interessant zu wissen, ob ORASCOM Roaming Verträge hat, z. B. mit T-Mobile?
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#20
Hallo,

SecGermany schrieb:Wäre mal interessant zu wissen, ob ORASCOM Roaming Verträge hat, z. B. mit T-Mobile?

Mit Orascom meinst Du das UMTS-Netz, über welches man vor einiger Zeit lesen konnte, daß das ägyptische Konsortium "Orascom" mit dem Bau in Nord-Korea beauftragt worden sei?

Desweiteren soll es ja noch ein reines GSM Netz geben (wurde, soweit mit bekannt, von der staatlichen nordkoreanischen Telekom in Zusammenarbeit mit einem thailändischen Konsortium aufgebaut). Der Name soll "SUN Net" sein. Es war das Netz, welches 2003 (angeblich) bereits 20.000 Kunden hatte. Es wurde berichtet, daß kurz darauf alle Mobiltelefone wieder eingesammelt worden sind und der Besitz unter Strafe gestellt wurde. Es gibt Hinweise die darauf hindeuten, daß das Netz nie abgeschaltet worden ist. Wer es nutzt, ist unklar. Rufnummern könnten dieses Format haben: +850 193 801 xxxx.

Sowohl mit dem GSM Netz ("SUN Net" (?)) als auch mit dem neuen UMTS-Netz ("Orascom") bestehen (zumindest offiziell) keinerlei Roaming Abkommen seitens deutscher Netzbetreiber.

Über das GSM-Netz findet man sowieso so gut wie keine Informationen und der Status bleibt unklar.

Über das UMTS-Netz findet man lediglich die Pressemitteilung, welche im ersten Artikel dieses Threads hier Erwähnung fand. Daß dieses Netz in Kaesong und Pyongyang bereits aufgebaut sein soll, finde ich beachtlich. UMTS in Nord Korea Smile

Gruss,
Klaus
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