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Wie steht die Gesellschaft der DPRK zu Rassismus?
#11
Ich würde es mal so formulieren: Die offizielle Propaganda bedient sich keiner offenen für uns wahrnehmbaren rassistischen Agitation. Die Staatsdoktrin ist auch nicht offiziell rassistisch oder so, allerdings: Rassistische Denkweisen sind in der koreanischen Bevölkerung historisch stark vertreten (im Norden wie im Süden). Unterschwellig bedient sich die Propaganda im Norden dem natürlich (Beispiel: Amerikaner werden wie Teufel dargestellt, Hakennase, lange Fingernägel oder wie sie koreanische Babys per Injektion töten). Es gibt einige im Süden, die meinen gar, dass der Norden im Grunde die koreanischen Werte besser vertrete. Eben weil es da nicht so was gibt wie "Yankee GIs, die Bastarde mit koreanischen Frauen" zeugen.
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#12
Bei Reisen in andere Länder - nicht speziell auf Korea bezogen - treffe ich immer wieder Touristen, für die es wichtig ist, dass auf ihren Fotos nur Einheimische zu sehen sind, keine anderen Touristen oder "Ausländer". Warum kann das für diese Leute so wichtig sein?
www.nordkorea-info.de

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#13
(18.02.2012, 19:58)dprk schrieb: Bei Reisen in andere Länder - nicht speziell auf Korea bezogen - treffe ich immer wieder Touristen, für die es wichtig ist, dass auf ihren Fotos nur Einheimische zu sehen sind, keine anderen Touristen oder "Ausländer". Warum kann das für diese Leute so wichtig sein?
Sie möchten ihren Freunden zu Hause suggerieren, sie wären die einzigen Touris da gewesen.
Worauf aber willst du hinaus? Was hat das mit Rassismus zu tun?
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#14
Ich denke nicht, dass diese Touristen zeigen wollen, sie wären die einzigen Touristen da. Es geht ihnen darum, dass auf einem Foto aus Nigeria Nigerianer zu sehen sind, und auf einem Foto aus Indien Inder. Es gibt auch Reisende, die in Asien oder Afrika prinzipiell nicht zu den Filialen der westlichen Fast-Food-Restaurants gehen, sondern das jeweils landestypische Essen bevorzugen.

Die DVRK ist ein Land, das versucht, seine eigene nationale und ethnische Identität zu bewahren. Das heißt aber nicht, dass man sich wertend über andere stellt. Man ist dort stolz auf alles, was man - getreu dem Juche-Prinzip - aus eigener Kraft geschafft hat.

Wenn Touristen - wie oben erwähnt - das "Authentische" eines besuchten Landes erleben wollen, so haben sie in der DVRK dazu eine ganz besondere Gelegenheit, denn dieses Land ist in vielerlei Hinsicht einzigartig.

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#15
Danke dprk, du sprichst mir aus der Seele!
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#16
(18.02.2012, 20:15)dprk schrieb: Ich denke nicht, dass diese Touristen zeigen wollen, sie wären die einzigen Touristen da. Es geht ihnen darum, dass auf einem Foto aus Nigeria Nigerianer zu sehen sind, und auf einem Foto aus Indien Inder. Es gibt auch Reisende, die in Asien oder Afrika prinzipiell nicht zu den Filialen der westlichen Fast-Food-Restaurants gehen, sondern das jeweils landestypische Essen bevorzugen.

Hier fühle ich mich angesprochen Wink. Ich würde mich selbst zu "diesen" Reisenden zählen. Mit dem eigentlichen Thema Rassismus hat dies aber nichts zu tun sondern eher mit dem Gegenteil. Ich denke darauf wollte DPRK auch hinaus?

Ich will einfach ein unverfälschtes Land, seine Kultur, Geschichte und die Lebens und Denkweisen der Menschen aufnehmen, erleben und fotografieren (soweit möglich und "noch" machbar). Natürlich sind dies immer Bruchteile und man wird selten das "Ganze" erfassen können. Es muss auch nicht sein. Aber das Erleben einer anderen Kultur ansich in Reinform empfinde ich einzigartig. Hier boykottiere ich auch westlichen Einflüsse und Einrichtungen so gut es geht. Deratiges benötige ich in einem fremden Land nicht. Warum auch. Die lokalen Küchen bieten genug spannendes und erfahrenswertes. Und wie sich so oft zeigte hat die Verwestlichung , besonders die US amerikanische, schon so einiges weltweit an kulturellen Dingen zersetzt (Siehe Kleidung, Filme, Fastfood...etc aber das Thema hatten wir ja schon mal). Dies hat aber nun nichts mit Rassismus zu tun, der gegen die USA gerichtet ist, sondern rein mit der kapitalistischen Grundidee ansich, die ja zu 99% dahinter steht.

Westliche oder "ausländische" Einflüsse zerstören oder verwässern nur das Erleben oder "stören" auf der Aufnahme. Somit wird man auch bei mir keinen einzigen Touri (es sei denn gute Reisekumpanen, Familie etc) auf meinen Aufnahmen finden Wink. Und wenn ein paar zugegen sind. Kann man ja warten bis das Bild beim Fotografieren passt. So genug dazu.

(18.02.2012, 20:15)dprk schrieb: Die DVRK ist ein Land, das versucht, seine eigene nationale und ethnische Identität zu bewahren. Das heißt aber nicht, dass man sich wertend über andere stellt. Man ist dort stolz auf alles, was man - getreu dem Juche-Prinzip - aus eigener Kraft geschafft hat.

Dies macht die DVRK mit unter so interessant und wert sie zu studieren. Dies hat in meinen Augen auch nichts mit Rassismus zu tun sondern einfach mit dem tiefem Nationalstolz der Koreaner. Ein Wort was leider durch unsere deutsche Geschichte hierzulande recht sensibel behandelt ausgesprochen wird.
Dieser Stolz ist durchaus nachvollziehbar wenn man die Geschichte und die vielen Leidensabschnitte des noch geteilten Landes betrachtet.

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#17
(18.02.2012, 20:15)dprk schrieb: Man ist dort stolz auf alles, was man - getreu dem Juche-Prinzip - aus eigener Kraft geschafft hat.

das ist das einzige, was ich an deiner äußerung nicht unterschrieben kann. wir wissen schlichtweg nicht, wie die leute, das "volk", wirklich zum thema juche, songun, kim jong un und dem system stehen. und wenn mein reiseleiter mir sagt, die juche ideologie sei toll, weil der mensch im mittelpunkt stehe, dann kann das sein, dass er es wirklich meint. sogar ziemlich wahrscheinlich in seiner position. aber wir haben ja keine möglichkeit uns mit einem x-beliebigen bürger der dprk zu unterhalten und seine meinung zu erfahren.

aber zurück zum rassismus: gibt es irgendwelche antirassistischen programme, organisationen, projekte, etc., die von der dprk offiziell unterstützt werden?
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#18
(18.02.2012, 21:41)Bulungi schrieb: Aber das Erleben einer anderen Kultur ansich in Reinform empfinde ich einzigartig.
was meinst du denn mit einer Kultur in Reinform?
Eine reine Kultur, was ist das? Rein wovon? Vom korrumpierten kapitalistischen Auswüchsen? Ist es nicht, war es nicht schon immer so, dass Kulturen sich gegenseitig bereichert haben? Zugegeben, ob KFC oder Macdonals in der DPRK eine Bereicherung wären, darüber muss man streiten. Ich kann auf den Mist gerne verzichten. Aber: Kulturen existierten doch nie für sich alleine, immer im Kontext mit anderen Kulturen

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#19
(19.02.2012, 00:19)Taedonggang schrieb:
(18.02.2012, 21:41)Bulungi schrieb: Aber das Erleben einer anderen Kultur ansich in Reinform empfinde ich einzigartig.
was meinst du denn mit einer Kultur in Reinform?
Eine reine Kultur, was ist das? Rein wovon? Vom korrumpierten kapitalistischen Auswüchsen? Ist es nicht, war es nicht schon immer so, dass Kulturen sich gegenseitig bereichert haben? Zugegeben, ob KFC oder Macdonals in der DPRK eine Bereicherung wären, darüber muss man streiten. Ich kann auf den Mist gerne verzichten. Aber: Kulturen existierten doch nie für sich alleine, immer im Kontext mit anderen Kulturen
das kann ich nur unterstreichen!

Eine "reine" Kultur gibt es nicht. Das trifft auch auf die koreanische Kultur zu. 30 oder 40% der koreanischen Wörter sind chinesischen Ursprungs, genauso wie viele Speisen, Feste und andere Gebräuche. Es gab eine Zeit, in der die Mitglieder des koreanischen Königshauses mehr mongolische als "ursprünglich koreanische" Vorfahren hatten.

Was die "Einzigartigkeit" Nordkoreas anbelangt... Das Land ist sicherlich "einzigartig", jedoch stellt es keineswegs die Quintessenz der (anderswo untergegangenen) "original asiatischen Kultur" dar. Vielmehr ist die reale kulturelle Situation in Nordkorea wohl ein Konglomerat aus traditionellen konfuzianischen Merkmalen, Stalinismus und noch ein paar anderen Besonderheiten.
(wobei es eine "original asiatische Kultur" sowieso nicht gibt...)

Das Buch "The Cleanest Race" mag eine nordamerikanische Publikation sein; aber sie scheint doch den offiziellen Standpunkt Nordkoreas wiederzugeben. Das bedeutet dann, dass die nordkoreanische Führung auf "rassische" (genetische?) "Sauberkeit" ihres Volkes pocht, unabhängig davon, ob es die eigene Kultur oder genetische Ausstattung als überlegen betrachtet oder nicht.
(was das Nicht-Touristen-Ablichten-Wollen mit diesem Sachverhalt zu tun hat, erschließt sich mir nicht....)
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#20
Ich würde nicht sagen, dass die DVRK rassistisch ist. Ganz einfach, weil es im Laufe der Zeit wegen der Politik für Westler so unattraktiv geworden ist, dass sich eine ethnische Homogeniät entwickeln musste. Das hat aber nichts mit Rassismus zu tun.
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