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Beobachtungen in Nordkorea
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Schwabe Offline


Beiträge: 410
Registriert seit: Feb 2011
Beitrag: #11
RE: Beobachtungen in Nordkorea
Betreffs Großbritannien: Ich war noch nie dort, ich habe es mir nur so sagen lassen. Wenn es nicht so ist, dann ist es bedauerlich. In Hongkong ist es allerdings so, wie ich es beschrieben habe.

Das, was du über China sagst, ist vielleicht nicht falsch; ich bezweifle allerdings, dass es in anderen asiatischen Ländern wesentlich anders ist (bzw. anders war).

Ich war zwar noch nie in Taiwan, aber es ist keineswegs so, dass es nur aus "unberührter Natur" besteht. Das ist wohl auch nur das, was Werbeprospekte einem vorgaukeln. Ich habe öfters mal Radio Taiwan gehört, und da haben sie selbst gesagt, dass die Natur in vielen Gegenden schwer belastet sei. Eigentlich auch logisch, bei dieser Bevölkerungsdichte (und dem früher relativ niedrigen technischen Standard).

Allerdings wundert mich, dass du als überzeugter "ani-Imperialist" Taiwan als "Land" bezeichnest und so viele Sympathien für es hegst.... aber das ist jetzt definitiv Off-Topic.
03.08.2011 05:50
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Kuwolsan Offline


Beiträge: 822
Registriert seit: Dec 2007
Beitrag: #12
RE: Beobachtungen in Nordkorea
Bin kein Soziologe, aber nehme mal stark an, dass einjede Gesellschaft ihre Statussymbole hat.
Fragwürdig finde ich es, wenn andere Gesellschaften unreflektiert Statusymbole unserer westlichen Konsumgesellschaft übernehmen.
Vorher wurde China als Beispiel für die Mode genannt. Ich weiß nicht, wie es damit in Nordkorea aussieht.

Schaut euch mal genau dieses Foto an, besonders den Schal, den die Dame trägt:

http://www.flickr.com/photos/kernbeisser/4461542079/

Ob die Dame den Schal absichtlich als Statussymbol trägt, oder da ein in Nordkorea billig für den chinesischen Markt (mit gefälschten Statusprodukten) produziertes Textil "abgezweigt" wurde und sich die Trägerin des Schals der "magischen Wort" der ausländischen Sprache auf ihrem Kleidungsstück nicht bewußt ist ?
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.08.2011 07:00 von Kuwolsan.)
03.08.2011 06:15
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Martin Offline


Beiträge: 227
Registriert seit: Feb 2011
Beitrag: #13
RE: Beobachtungen in Nordkorea
Was ich desbezüglich in Nordkorea sah, war nicht viel, aber es gibt doch einiges an "Marken", die die Leute dort bewusst oder unbewusst (das ist hier die Frage....) durch die Gegend tragen. Einige meiner Fotos hab ich danach abgesucht und bin mit FILA, PUMA, Adidas fündig geworden. Allerdings sind das eher Ausnahmen. T-Shirts mit nichtkoreanischen Schriftzeichen sieht man aber öfters, ohne dass damit Marken beworben werden. Hier z.B. "Badminton":
   
Zu DDR-Zeiten wurde uns als Schüler verboten (60er, 70er Jahre) Plastetüten mit "Westreklame" herumzutragen. Ganz durchsetzen lies sich das nicht und so sind mir noch Tüten mit "coop" oder "Hertie" vor Augen.

Martin
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.08.2011 07:31 von Martin.)
03.08.2011 07:30
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klaus Offline


Beiträge: 298
Registriert seit: Jan 2008
Beitrag: #14
RE: Beobachtungen in Nordkorea
(03.08.2011 05:50)Schwabe schrieb:  Das, was du über China sagst, ist vielleicht nicht falsch; ich bezweifle allerdings, dass es in anderen asiatischen Ländern wesentlich anders ist (bzw. anders war).

Nein, ich denke nicht. Was Jean-Paul beschreibt, kommt mir aus anderen asiatischen Laendern sehr bekannt vor. Der Drang nach Marken, der Drang nach allem, was ausserhalb des eigenen Landes hergestellt wurde bzw. nicht "Made in China" ist (gilt auch fuer andere asiatische Laender, dort wird "Made in China" auch als minderwertig angesehen). Ich denke, der Einfluss Chinas auf seine Nachbarlaender (und um diese geht es hier) ist so gross, dass diese Denkweise auch in den Nachbarlaendern wiederzufinden ist.

(03.08.2011 06:15)Kuwolsan schrieb:  Bin kein Soziologe, aber nehme mal stark an, dass einjede Gesellschaft ihre Statussymbole hat.

Doch, spontan faellt mir Schweden ein. In Schweden gibt es das unbeschriebene Gesetz der Gleichheit (Jantelag), an dass sich unbewusst alle halten. Es beschreibt, dass alle Menschen gleich sind und keiner besser als der andere ist. Das fuehrt dazu, wenn jemand mehr verdient als sein Nachbar, schickt es sich nicht, dieses zu zeigen. Denn es sollen ja alle gleich sein. Von daher ist Schweden vielleicht wirklich eines der wenigen Laender, wo es keine Statussymbole gibt.

(03.08.2011 06:15)Kuwolsan schrieb:  Fragwürdig finde ich es, wenn andere Gesellschaften unreflektiert Statusymbole unserer westlichen Konsumgesellschaft übernehmen.

Ich habe mal eine Geschichte gehoert, weiss nicht, ob ich sie jetzt korrekt wiedergebe, wie die Kartoffel zu ihrer Popularitaet gelangte. Im alten Preussen hatte ein Bauer Kartoffeln angepflanzt, aber keiner wollte sie. Dann hat er sie eingezaeunt, so dass keiner drankonnte, und alle wollten sie ploetzlich, da sie jetzt den Anschein gab, etwas Besonderes zu sein, da sie ja eingezaeunt war.

Von daher denke ich, dass dieser Drang nach Statussymbolen und nach allem, was ausserhalb des Landes produziert wird daher kommt, dass man jahrelang zu solchen Dingen keinen Zugang hatte. Das trifft nicht nur auf China zu, sondern auch auf andere asiatische Laender - und wird meiner Meinung nach in Zukunft ganz besonders auch auf Nordkorea zutreffen.
03.08.2011 07:42
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jperazor Offline


Beiträge: 688
Registriert seit: Mar 2010
Beitrag: #15
RE: Beobachtungen in Nordkorea
Hallo Zusammen,

Danke für eure Beiträge.

@Schwabe: Anstehen an der Bushaltestelle, sollte schon aus Anstand normal sein. Im Iran zum bsp. habe ich es ganz anders erlebt. Der Westler steht an, die Iraner gehen einfach vor ... trotzallem sind sie ein sehr gastfreundliches und herzliches Volk!

Klar nimmt die Entwicklung China´s Einfluß auf Nachbarländer! Ich freue mich auch darüber dass, ich meine Flat-Screen im Wohnzimmer hängen hab, etc.

Die Sache ist aber, so meiner Meinung dass, die Chinesen sich zwar für die Entwicklung ihrer Kinder einsetzen, Studium finanzierne, etc. aber letzlich warum? Damit die Familie als ganzes gut dasteht! Nicht umsonst werden manche Kinder zum Teil gequällt um irgendeinen Spagat hinzukriegen, den sie selbst wahrscheinlich gar nicht machen wollen ...

Bei vielen Kindern wird die Kindheit/Jugend auch dadurch massiv beeinträchtigt und sie legen vieles auf ihr Ansehen aus ...

In Korea zum bsp., so der Fall bei einem Kumpel von mir der hier in Deutschland studiert, verlassen sie das Land eher um in die Heimat sich um die kranke Mutter zu kümmern ... so will es die Koreanische Tradition. Der älteste Sohn kümmert sich um die Verwandte.

In Vietnam ist der familiäre Zusammenhalt auch sehr verwurzelt. In Taiwan, mal so, mal so.

Ich bin mit einer Taiwanesin glücklich zusammen, deshalb auch der Grund warum ich dorthin fliegen werde. Ich habe hier viele Taiwanesen kennengelernt, sie sind sehr angenehmen und tolerant. Von der Natur werde ich mich noch überzeugen lassen, und im Forum einige Bilder dann posten ...

Auch wenn ich vom Kapitalismus profitiere, so habe ich schon meine Gründe weshalb ich ihn nicht in allen Punkten gutheisse, außerdem habe ich nie behauptet dass, kapitalistische Länder alle schlecht seien!

Wie gesagt, es muß auch zwischen den Menschen und der Politik unterscheidet werden ... Ich habe auf der letzten Reise viele nette Amerikaner kennengelernt, teilweise betrachten sie ihr Land genauso kritisch wie andere es tun ...

Dem Land, politisch gesehen, wünsche ich nicht das beste aufgrund der ganzen Kriege (samt Opfer) die es im Namen Amerikas gegeben hat ... soviele Konflikte bei so einem jungem Land!

Es fing an mit den Indianern, später mit den "Schwarzen" (Rassentrennung), später die Kommunisten, nun sind die Moslems dran...

Aber naja, der Staat ist pleite, die haben andere Sorgen, außerdem wird diese "moderne Armee" es nie mit China, Nordkorea, Iran aufnehmen können wenn sie schon (samt NATO) nicht mit Afghanische Bauern fertig werden ...

In diesem Sinne,

Viva la revolucion!!!
03.08.2011 09:05
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