Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Katholische Kirche in Nordkorea
#11
In der Sonderwirtschaftszone "Rason" im hohen Norden Nordkoreas gibt es ein "Katholisches Krankenhaus", welches von den Missionsbenediktinern aus St. Ottilien (Bayern) mitfinanziert und miterrichtet wurde und jetzt mitbetreut wird. Die Klosteroberen aus St. Ottilien reisen sporadisch nach Nordkorea, um nachzusehen, ob dort im Krankenhaus alles planmäßig abläuft:

Hier ein Foto vom Krankenhaus mit der englischsprachigen Aufschrift "International Catholic Hospital":

http://www.hss.or.kr/pictures/10Januar/Rason02.jpg
Antworten
#12
(07.06.2012, 19:33)Juche schrieb: ... Nach der Revolution wurden sie vertrieben, ...

welches geschichtliche Ereignis stellt für dich hier eine Revolution dar?
Wer soll gegen wen revoltiert haben?
Antworten
#13
“In unserem Land wird die Religionsfreiheit gesichert. In der Verfassung unseres Landes ist festgelegt, dass Religionsfreiheit zu gewährleisten ist. Bis heute war man bei uns niemals gegen die Religion. Kim Il Sung führte den Sachverhalt der Schwächung der religiösen Kräfte darauf zurück, dass die USA-Imperialisten während des vergangenen Vaterländischen Befreiungskrieges die Kirchen bombardiert und die Gläubigen ermordet haben. Jeder kann zwar nach Belieben die Kirche besuchen, weil wir Religionsfreiheit haben, wie es in der Verfassung festgegelegt ist; aber die Menschen suchen sie nicht auf, weil sie von jeder Art Kummer und Sorgen frei sind und auch nichts zu beichten haben.”

Kim Jong Il am 11. Januar 1990 in seiner Rede “Über einige Aufgaben in der ideologischen Erziehungsarbeit der Partei” vor verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK (abgedruckt in: Kim Jong Il “Ausgewählte Werke”, Band 10)


Weitere Informationen hier:

http://www.nordkorea-info.de/religion/christentum
http://www.nordkorea-info.de

Für preisgünstige Nordkorea-Rundreisen: Infos hier.
Antworten
#14
Meine Übersetzerin hat mir, als wir an der (oder gibt es mehrere?) Kirche in Pjöngjang vorbei fuhren stolz erzählt dass ihre Mutter jeden Sonntag in diese Kirche gehe um zu beten. Inwiefern dies der Wahrheit entspricht ist für mich natürlich schwierig zu verifizieren.
Antworten
#15
Das folgende befrifft mehr den protestantischen Glauben in Nordkorea; diese KCNA-Meldung vom 22.Jänner 2012 haben wir wohl alle überlesen:

Chairman of Christian Federation of Korea Dies of Heart Attack

Pyongyang, January 22 (KCNA) -- Kang Yong Sop, deputy to the Supreme People's Assembly of the DPRK and chairman of the Central Committee of the Christian Federation of Korea, died of a heart attack on Saturday at the age of 80.
His obituary was released on Sunday in the name of the SPA Presidium, the Religious Believers Council of Korea and the Central Committee of the Christian Federation of Korea.
Kang worked as a deputy since the 10th SPA and made positive efforts for national reconciliation, unity and reunification till the last moments of his life, the obituary said.
Even though he died, his feats for national reunification will remain long, stressed the obituary.


Der Vorsitzende der Christlichen Vereinigung Nordkoreas, ein gewisser Kang Yong Sop, ist also erst kürzlich verstorben. Neben seiner Funktion als Leiter christlicher Glaubensbewegungen in Nordkorea war er auch Abgeordneter der Obersten Volksversammlung.

Wie wir ja wissen, war Kim Il Sungs familiäres Umfeld tief im christlichen Glauben verhaftet.
Der uns unbekannte, verstorbene Kang Song Yop war ein Cousin von Kim Il Sung. Kang Yang Sop war übrigens auch Direktor des theologischen Seminars in Pyongyang! (ja, so was gibt es auch!)
Antworten
#16
(08.06.2012, 06:04)dprk schrieb: “In unserem Land wird die Religionsfreiheit gesichert. In der Verfassung unseres Landes ist festgelegt, dass Religionsfreiheit zu gewährleisten ist. Bis heute war man bei uns niemals gegen die Religion. Kim Il Sung führte den Sachverhalt der Schwächung der religiösen Kräfte darauf zurück, dass die USA-Imperialisten während des vergangenen Vaterländischen Befreiungskrieges die Kirchen bombardiert und die Gläubigen ermordet haben. Jeder kann zwar nach Belieben die Kirche besuchen, weil wir Religionsfreiheit haben, wie es in der Verfassung festgegelegt ist; aber die Menschen suchen sie nicht auf, weil sie von jeder Art Kummer und Sorgen frei sind und auch nichts zu beichten haben.”

Kim Jong Il am 11. Januar 1990 in seiner Rede “Über einige Aufgaben in der ideologischen Erziehungsarbeit der Partei” vor verantwortlichen Funktionären des ZK der PdAK (abgedruckt in: Kim Jong Il “Ausgewählte Werke”, Band 10)


Weitere Informationen hier:

http://www.nordkorea-info.de/religion/christentum

Aus dieser sowie Stellungnahmen und Veröffentlichungen sowie Erzählungen anderer Menschen und Organisationen kann sich ja jeder seine eigene Meinung bilden. Meine Sicht auf Religionsfreiheit in Nordkorea wurde durch obiges Zitat eher noch bestärkt.
Antworten
#17
Ich war in der katholischen Kirche in Phjongjang mehrmals drin, sie ist ein Prachtstück, klinisch rein hätte ich fast gesagt.
Antworten
#18
Lieber NichtHurz, war Deine vehemente Ablehnung jedeweder Religion nicht etwas zu krass und total?

Mich regen diese fundamentalen Christen ebenso auf wie andere Hardcore- Vertreter ihrer Religion, ob Christen, Moslems, Juden oder Hindus. Ich halte auch ihren Einfluß, der auch in den USA seit Bush II gestiegen ist, für schädlich oder zumindest ärgerlich. Und es kann nicht sein, daß bideltreue Christen wissenschaftlich bewiesene Erkenntnisse abtöten und ihre Mitbürger ins Mittelalter zurückführen. Soweit bin ich bei Dir.

Dennoch hat Religion in der Gesellschaft einen ausgleichenden, bewahrenden, sozialen und auch verbindenden Einflußt. Sie und auch die Kirche mit ihren Institutionen korrigiert sehr vieles und mahnt uns, nicht vollkommen und endgültig in Oberflächlichkeit, Egoismus und Amoral zu verfallen. Irgendein Regulativ, und sei es auch konservativ und vielleicht übertrieben moralisch, braucht unsere Gemeinschaft.

Ich halte Religion und Kirche daher nicht für verzichtbar, auch wenn ich nicht gläubig bin und nicht in die Kirche gehe. Aber die christlichen Grundsätze, die haben mich natürlich auch geprägt.

Deswegen kann ich grundsätzlich Religionen ausstehen, vor allem das Christentum. Nur mag ich keine extremistischen Eiferer. Das sind 2 Paar Schuhe.
Antworten
#19
Nein nein, ich habe es vielleicht etwas heftig ausgedrückt gerade. Ich habe ja auch 1-2 religiöse Freunde. Allerdings sehe ich einfach zu viel schlechtes in den meisten Religionen. Es mag Dinge wie die 10 Gebote geben, doch nichtsdestotrotz haben Christentum, Islam, Hindhuismus und je nachdem wie man es sieht auch das moderne Judentum in Israel viel schlechtes gebracht. In Israel kommt es heute auch schon zu aggressiven Handlungen aufgrund von religiösen Differenzen und Bevölkerungsgruppen werden benachteiligt. Doch z.B. traut sich auch niemand mal die Mauer nach Palästina oder Ghaza anzusprechen. Was ist mit den türkischen Hilfslieferungen nach Ghaza die gestoppt wurden? Es ist klar, dass die Gefahr der terroristischen bzw. militärischen Nutzung besteht, doch die Bevölkerung kann Hilfe gebrauchen.
Das Christentum hat sich schon soviel geleistet und besonders heute regen mich Menschen auf, die sich wieder mehr der extremen Seite dieser Religion zuwenden. Evangelikale etc. Man muss sich nur die USA anschauen. Allein der Spruch:"In God we trust" ist reintheoretisch verfassungswidrig, da er den Grundlagen des Laizismus widerspricht (selbst wenn es ein mehrheitlich christlich geprägter Staat ist).
Im Islam sind es Dinge wie die Scharia und die leider von zu vielen (nein nicht von Allen) aggressiv und kriegstreiberisch ausgelegte Form der Religion.
Im katholischen Flügel des Christentums heißt es ja z.B. auch, dass man sich in der Beichte von aller Schuld reinwaschen kann. Das ist meiner Meinung nach keine gute Sache und kann bei Menschen mit gewissen Veranlagungen zur Annahme führen, dass sie sich alles erlauben könnten.
Der Hindhuismus, welcher einstmals zu extremen Konflikten zwischen islamischen und hindhuistischen Glaubensanhängern in Indien führte.
Dies ist jetzt ein wenig ungenau und viele andere Gründe können dafür verantwortlich gewesen sein.

Der Fakt, dass Religionen immer wieder zum Extremismus führen und zu kriegerischen Auseinanderstzungen, lässt mich an Legitimation der Religionen zweifeln.

Einzig und Allein der Buddhismus (mit welchem ich mich nicht auseinandersetze, jedenfalls nicht viel) ist für mich eine Religion des Friedens. Kaum eine andere Religion ist in ihrer Lehre und Aussage so friedfertig wie der Buddhismus und dies schätze ich an ihm. Länder wie China mögen da gewisse Dinge einbringen, die nicht in diese Religion hineingehören, doch Alles in Allem ist es die friedlichste Religion die ich kenne und die einzige von der ich behaupten würde, dass die positiven Aspekte überwiegen.
Kirche und andere religiöse Institutionen haben die anderen Religionen zu etwas gemacht was sie nicht sein sollten, doch welcher Christ gehört denn keiner Kirche an?

____________________________________________

Noch etwas. Oft habe ich das Gefühl, dass gewisse politische Strömungen bzw. politischer Extremismus fast eine Art von Ersatzreligion darstellen kann. Ähnlich wie bei Fundamentalisten, behauptet man die eigene Richtung sei dir einzig wahre. Kritik wird niedergebürstet oder unter Strafe gestellt. Die Verbreitung der eigenen Vorstellungen, kommt einem vor als sei dies ein neuer heiliger Krieg. Dies ist es was Extremismus auch so gefährlich macht, egal ob nun religiös oder politisch. Am Ende gibt es immer welche die drunter leiden und meist ganz bewusst. Wenn Politik und Religion verbunden werden, kann es noch gefährlicher werden.
Antworten
#20
(08.06.2012, 19:39)NichtHurz schrieb: Einzig und Allein der Buddhismus (mit welchem ich mich nicht auseinandersetze, jedenfalls nicht viel) ist für mich eine Religion des Friedens. Kaum eine andere Religion ist in ihrer Lehre und Aussage so friedfertig wie der Buddhismus und dies schätze ich an ihm.

Die positiven Eigenschaften des Buddhismus sind
a) er ist nicht missionierend
b) mit wenigen Ausnahmen gibt / gab es keinen Klerus

deshalb kann Nordkorea ja auch ganz gut mit dem Buddhismus leben.

Eine Ausnahme unter b) ist Tibet.
Vor den Reformen waren politische Macht und Religion eng mit einander verwoben. In den Kloestern bildeten lokale Machthaber Moenchs-Armeen, die extrem brutal aufeinander losgingen. Wobei (aehnlich den inner-christlichen und inner-islamischen Religionskriegen) kaum zu unterscheiden war, ob es um unterschiedliche Stroemungen im Buddhismus oder um Machtansprueche des Klerus ging.
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste