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Menschenrechte
#11
(05.04.2009, 22:04)dprk schrieb:
(05.04.2009, 21:53)sydney11 schrieb: ich hab da wie gesagt null ahnung.


Viele, die "null, Ahnung" haben, schreiben leider auch viel Unfug ... ich freue mich daher über Deine Aufgeschlossenheit zu diesem Thema und kann Dich nur ermuntern, eine solche Reise zu unternehmen. Du wirst tatsächlich mit "echten Nordkoreanern" Smile sprechen können, auch über dieses Thema.

davon gehe ich mal aus, dass man mit "echten Nordkoreanern" sprechen kann Big Grin vielmehr müsste die Frage doch sein, ob diese Menschen sich auch tatsächlich frei äussern dürfen über solch pikante Themen (Stichwort: Arbeitslager, Hinrichtungen etc.) oder ob dort nicht der Betreuer dazwischen funkt. (eventuell gibt es sogar eine Art "Maulkorb" für die "Auserwählten" bzw. diese sind vorher gebrieft). Ich denke es könnte schwer sein dann die Linie zwischen ehrlichen Äusserungen und vorgegebenen Antworten zu erkennen.

Ich für meinen Teil habe bislang meine Zweifel, ob die Menschenrechte alle so gewahrt werden wie es die Führung DPRK gerne nach aussen verkauft (Arbeitslager, Hinrichtungen, Entführungen).
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#12
Die beste Bestätigung dafür, dass die Bevölkerung der DVR Korea mit den ihnen gewährten Menschenrechten zufrieden ist, zeigt sich in dem Ergebnis der Wahlen vor wenigen Wochen. Von solch einer Zustimmung können Politiker und Parteien in anderen Staaten nur träumen.

Wenn du bei einer Reise ins Gespräch mit Nordkoreanern kommst, so wirst Du in jedem Fall einen ehrlichen (!) und spürbaren Stolz und Begeisterung über ihr Land und die sozialistische Errungenschaften des Volkes sehen und hören.

Soweit es um "Arbeitslager" und Hinrichtungen geht, erfolgt dies im Rahmen der bestehenden Gesetze. Die Todesstrafe gibt es in anderen Ländern, die sich ihrer besonderen "Freiheit" rühmen übrigens auch.
http://www.nordkorea-info.de

Für preisgünstige Nordkorea-Rundreisen: Infos hier.
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#13
(06.04.2009, 22:33)dprk schrieb: Die beste Bestätigung dafür, dass die Bevölkerung der DVR Korea mit den ihnen gewährten Menschenrechten zufrieden ist, zeigt sich in dem Ergebnis der Wahlen vor wenigen Wochen. Von solch einer Zustimmung können Politiker und Parteien in anderen Staaten nur träumen.

Wenn du bei einer Reise ins Gespräch mit Nordkoreanern kommst, so wirst Du in jedem Fall einen ehrlichen (!) und spürbaren Stolz und Begeisterung über ihr Land und die sozialistische Errungenschaften des Volkes sehen und hören.

Soweit es um "Arbeitslager" und Hinrichtungen geht, erfolgt dies im Rahmen der bestehenden Gesetze. Die Todesstrafe gibt es in anderen Ländern, die sich ihrer besonderen "Freiheit" rühmen übrigens auch.

Da hast du auch Recht. Ich habe auch nicht behauptet, dass diverse "Großmächte" auf dieser Erde alle Menschenrechte wahren.
Die Frage muss ja immer sein aus welcher Perspektive ich die jeweilige Situation beurteile. Nach meinem ethisch moralischen Grundverständnis verstossen Dinge wie Hinrichtungen, Arbeitslager, Entführungen gegen Menschenrechte. Dabei ist es unwichtig um welches Land es sich dabei handelt. Die Tatsache, dass sich alles im Rahmen der jeweiligen Gesetze bewegt ist noch lange keine Rechtfertigung. Das ist eine ähnliche Argumentation wie sie auch von den Angeklagten in den Nürnberger Prozessen erbracht wurde.
Und natürlich sind die Leute mit den Ihnen gewährten rechten zufrieden. Aber wie soll es auch anders sein, wenn man es nicht besser kennt ? Wenn ich keine Pressefreiheit kennengelernt habe, dann kann ich mit der Situation auch nicht unzufrieden sein. Wenn der Staat mir seit meiner Geburt "vorlebt", dass es i.O. ist Menschen in Arbeitslager zu stecken, dann ist es doch logisch, dass ich dieses Vorgehen als normal empfinde. Gerade deshalb will man ja auch nicht, dass Reporter aus dem Ausland in Kontakt mit den Menschen kommen. Gerade deshalb muss ein Journalist alle seine Fragen vor Reiseantritt einreichen. Man versucht die Bevölkerung klein zu halten, damit diese sich erst gar keine eigene Meinung bilden kann. Natürlich auch ein Weg...

Natürlich glaube ich, dass die Menschen in Nordkorea stolz sind und das ist auch eine feine Sache. Ich bestreite auch nicht, dass die Menschen über "menschliche" Themen wie Familie etc. offen reden dürfen. Ich glaube allerdings nicht, dass sie offen mit einem Ausländer über politische Dingen sprechen dürfen. Ich denke im Ende kann kein Ausländer sich wirklich ein richtiges Bild machen wie die menschenrechtlichen Zustände in Nordkorea tatsächlich sind,denn selbst als Besucher bekommt man ja nur lediglich einen Ausschnitt gezeigt.

Grundsätzlich stelle ich mir natürlich noch immer die Frage, wie sehr die Bürger konditioniert sind (das fängt damit an, dass man die Propagandaradios im haushalt nicht ausschalten kann).
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#14
(06.04.2009, 23:09)MiffyChan schrieb: Grundsätzlich stelle ich mir natürlich noch immer die Frage, wie sehr die Bürger konditioniert sind (das fängt damit an, dass man die Propagandaradios im haushalt nicht ausschalten kann).

Zum Thema "Radio" findest Du hier weitere Informationen:
http://www.nordkorea-info.de/forum/showt...ight=Radio
http://www.nordkorea-info.de

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#15
(06.04.2009, 23:17)dprk schrieb:
(06.04.2009, 23:09)MiffyChan schrieb: Grundsätzlich stelle ich mir natürlich noch immer die Frage, wie sehr die Bürger konditioniert sind (das fängt damit an, dass man die Propagandaradios im haushalt nicht ausschalten kann).

Zum Thema "Radio" findest Du hier weitere Informationen:
http://www.nordkorea-info.de/forum/showt...ight=Radio

danke für den Link. Ich kann mich da nur auf "Crossing The Line" bzw. auf das 60 Minutes Interview stützen. Dort hat die Crew des Films gesagt, dass das Radio in Dresnok's Wohnung in Pyongyang nicht ausgeschaltet werden konnte. Ist auch insofern nicht weiter wichtig, denn eine Konditionierung der Bevölkerung ist auch ohne 24/7 Radiobeschallung möglich...erlebt man ja auch in westlichen Ländern Wink
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#16
@MiffyChan

„Nach meinem ethisch moralischen Grundverständnis verstossen Dinge wie Hinrichtungen, Arbeitslager, Entführungen gegen Menschenrechte.“

Dies ist Deine durch Deinen individuellen Lebenslauf, Erziehung, Ausbildung, Kultur, Tradition, Beziehungen, Religion und Medien geprägte derzeitige Meinung, die sicherlich viele teilen. In anderen Ländern haben wir einen anderen kulturellen, traditionellen … Hintergrund. Auch die Menschen in der DVR Korea sehen die Dinge also offenbar anders. Dies müssen wir so stehen lassen und sollten es nicht bewerten. Dies heißt aber auch nicht, dass wir allen Medienberichten, die von „Hinrichtungen, Arbeitslager, Entführungen gegen Menschenrechte“ berichten, glauben sollten. Aus politischen Gründen und aus mangelndem Verständnis - gepaart mit „westlicher Überheblichkeit“, die die eigene Meinung für „allein seligmachend“ und unfehlbar hält, werden viele Lügen und Fehlinterpretationen über die DVR Korea verbreitet.


„Die Tatsache, dass sich alles im Rahmen der jeweiligen Gesetze bewegt ist noch lange keine Rechtfertigung.“

Wer von uns weiß schon, wie er sich – von einer völlig anderen Umwelt, Zeit und Wertmaßstäben geprägt – in bestimmten Situationen verhalten hätte oder würde? Im Nachhinein bzw. von einem anderen geschichtlichen, politischen, kulturellem oder auch nur geographischen Standpunkt aus kann man leicht andere Menschen be- oder verurteilen, aber was werden die nächsten Generationen über uns denken? Was denken andere Kulturen auch schon heute über unseren „westlichen“ Lebensstil? Welche („objektiven“?) Fehler machen wir, die uns gar nicht bewusst sind und über die unsere Nachkommen den Kopf schütteln werden, weil sie dann eine ganz andere „Erkenntnis“ haben werden?

Die Menschen in der DVR Korea haben Rechte … „Menschenrechte“ – Wie man diese inhaltlich definiert, ist auch wieder eine Sache von Kultur, Tradition, Gesellschaftsform etc. So wird z.B. das „Recht auf Arbeit“ in Nordkorea sicherlich als „Menschenrecht“ betrachtet, da Arbeit dem Leben in gewisser Weise auch Sinn und Struktur gibt – wir müssen uns da nur die Verzweiflung vieler Arbeitsloser hierzulande vor Augen führen. Dieses „Menschenrecht“ gibt es in kapitalistischen Staaten nicht.

Wie schon gesagt, zeigten die Wahlen im vergangenen Monat die klare Zustimmung der Bevölkerung.

„Und natürlich sind die Leute mit den Ihnen gewährten Rechten zufrieden. Aber wie soll es auch anders sein, wenn man es nicht besser kennt?“

Kann man wirklich sagen, dass sie es in Nordkorea nicht „besser“ kennen? Hierzulande sind die Leute bei weitem nicht so zufrieden, obwohl sie meinen, es zu „besser“ zu kennen … Was ist denn „besser“? Führt es zu Zufriedenheit und Glück, alles zu kennen, alles auszuprobieren … oder könnte man sogar einer demokratisch gewählten Regierung dankbar sein, die das Volk vor negativen Einflüssen bewahrt? Die Koreaner haben insb. im vergangenen Jahrhundert erheblich unter negativen Einflüssen fremder Völker gelitten (Japan, USA). Die Japaner wollten damals u.a. sogar die koreanische Sprache auslöschen. Geprägt durch solche Erfahrungen, sind die Nordkoreaner stolz darauf, nun in ihrem Teil Koreas als ein freies Volk zu leben und ihre eigenen Traditionen zu pflegen. Den Menschen in der DVR Korea sind andere Dinge wichtig als uns in westlichen Ländern. Dies sollten wir so akzeptieren und tolerieren.
http://www.nordkorea-info.de

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#17
Akzeptanz und Toleranz ist wichtig, da gebe ich Dir absolut Recht.

Aber die Anti-USA-Kapagnen sind zum Beispiel eine Sache, die nicht so ganz nachvollziehbar sind.
Ich bin auch kein USA-Fan, ganz im Gegenteil.
Aber ich finde es prinzipiell nicht in Ordnung, dass ein ganzes Volk von einer Regierung derartig niedergemacht wird. Das hat mit Toleranz dann herzlich wenig zu tun. Wer Toleranz erwartet, sollte solche dann auch vorleben.
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#18
(07.04.2009, 09:16)dprk schrieb: @MiffyChan

„Nach meinem ethisch moralischen Grundverständnis verstossen Dinge wie Hinrichtungen, Arbeitslager, Entführungen gegen Menschenrechte.“

Dies ist Deine durch Deinen individuellen Lebenslauf, Erziehung, Ausbildung, Kultur, Tradition, Beziehungen, Religion und Medien geprägte derzeitige Meinung, die sicherlich viele teilen. In anderen Ländern haben wir einen anderen kulturellen, traditionellen … Hintergrund. Auch die Menschen in der DVR Korea sehen die Dinge also offenbar anders. Dies müssen wir so stehen lassen und sollten es nicht bewerten. Dies heißt aber auch nicht, dass wir allen Medienberichten, die von „Hinrichtungen, Arbeitslager, Entführungen gegen Menschenrechte“ berichten, glauben sollten. Aus politischen Gründen und aus mangelndem Verständnis - gepaart mit „westlicher Überheblichkeit“, die die eigene Meinung für „allein seligmachend“ und unfehlbar hält, werden viele Lügen und Fehlinterpretationen über die DVR Korea verbreitet.


„Die Tatsache, dass sich alles im Rahmen der jeweiligen Gesetze bewegt ist noch lange keine Rechtfertigung.“

Wer von uns weiß schon, wie er sich – von einer völlig anderen Umwelt, Zeit und Wertmaßstäben geprägt – in bestimmten Situationen verhalten hätte oder würde? Im Nachhinein bzw. von einem anderen geschichtlichen, politischen, kulturellem oder auch nur geographischen Standpunkt aus kann man leicht andere Menschen be- oder verurteilen, aber was werden die nächsten Generationen über uns denken? Was denken andere Kulturen auch schon heute über unseren „westlichen“ Lebensstil? Welche („objektiven“?) Fehler machen wir, die uns gar nicht bewusst sind und über die unsere Nachkommen den Kopf schütteln werden, weil sie dann eine ganz andere „Erkenntnis“ haben werden?

Die Menschen in der DVR Korea haben Rechte … „Menschenrechte“ – Wie man diese inhaltlich definiert, ist auch wieder eine Sache von Kultur, Tradition, Gesellschaftsform etc. So wird z.B. das „Recht auf Arbeit“ in Nordkorea sicherlich als „Menschenrecht“ betrachtet, da Arbeit dem Leben in gewisser Weise auch Sinn und Struktur gibt – wir müssen uns da nur die Verzweiflung vieler Arbeitsloser hierzulande vor Augen führen. Dieses „Menschenrecht“ gibt es in kapitalistischen Staaten nicht.

Wie schon gesagt, zeigten die Wahlen im vergangenen Monat die klare Zustimmung der Bevölkerung.

„Und natürlich sind die Leute mit den Ihnen gewährten Rechten zufrieden. Aber wie soll es auch anders sein, wenn man es nicht besser kennt?“

Kann man wirklich sagen, dass sie es in Nordkorea nicht „besser“ kennen? Hierzulande sind die Leute bei weitem nicht so zufrieden, obwohl sie meinen, es zu „besser“ zu kennen … Was ist denn „besser“? Führt es zu Zufriedenheit und Glück, alles zu kennen, alles auszuprobieren … oder könnte man sogar einer demokratisch gewählten Regierung dankbar sein, die das Volk vor negativen Einflüssen bewahrt? Die Koreaner haben insb. im vergangenen Jahrhundert erheblich unter negativen Einflüssen fremder Völker gelitten (Japan, USA). Die Japaner wollten damals u.a. sogar die koreanische Sprache auslöschen. Geprägt durch solche Erfahrungen, sind die Nordkoreaner stolz darauf, nun in ihrem Teil Koreas als ein freies Volk zu leben und ihre eigenen Traditionen zu pflegen. Den Menschen in der DVR Korea sind andere Dinge wichtig als uns in westlichen Ländern. Dies sollten wir so akzeptieren und tolerieren.

Hallo Manfred,

ich kann Deine Argumentation durchaus verstehen und natürlich respektiere und akzeptiere ich es voll und ganz, wenn die Menschen in der DPRK so leben möchten wie sie z.Z. leben. Ich gebe dir absolut Recht, wenn du sagst, dass der "Westen" nicht jeder Kultur seine Wertvorstellungen aufzwingen sollte. Wie das enden kann sieht man ja in mittleren Osten seit Jahren.
Aber nehmen wir z.B. das "Recht auf freien Zugang zu Informationen", sicherlich ein Recht, welches keiner von uns missen möchte. Die Frage muss dann schon erlaubt sein, warum die Nordkoreaner nur einen kleinen Bereich des Internets nutzen dürfen (ähnlich wie die Nachbarn in China), die in Nordkorea arbeitenden Ausländer wiederum das volle Internet nutzen dürfen.

Eine andere Frage ist, warum es in Nordkorea so gut wie keine westliche Literatur gibt. Von Romanen etc. möchte ich garnicht reden. Warum hat das Goethe-Institut in Pyongyang fast keinen Zulauf ? Etwa weil sich der Bürger nicht traut ? (ganz abgesehen davon durfte das Goethe-Institut auch nicht alle Bücher in die Bibliothek aufnehmen).

Was die Wahlen angeht, so hat die deutsche Geschichte ja gezeigt, dass nicht jedes Ergebnis tatsächlich den Willen des Volkes darstellt. In der DDR gab es auch stets tolle Wahlergebnisse. Wir wissen aber nun, dass es dem Volk zu der Zeit ganz und garnicht gut ging und auch keine Zufriedenheit vorherrschte. Ich denke daher man sollte ein solches Wahlergebnis immer mit Vorsicht geniessen.

Was Hinrichtungen angeht, so gibt es im Netz ja nun genügend Videobeweise. Entführungen hat die Parteispitze ja selber zugegeben, die Dunkelziffer dürfte nach Aussage von Charles Robert Jenkins deutlich höher sein.

Was mich noch interessieren würde ist die Frage, warum es Nordkoreanern verboten ist ohne vorherige Erlaubnis mit Ausländern zu sprechen ? Kann mich an den Bericht aus "Nordkorea - Einblicke in ein rätselhaftes Land" erinnern, in dem ein Bauer zwei Diplomaten Zuflucht gewährte. Zwei Wochen später war der gesamte Bauernhof mitsamt Bauer verschwunden. Nach mehrmaligen Dankesbriefen an die Regierung war der Bauernhof plötzlich da und der Bauer auch. Auf die Frage wo er gewesen sei antwortete er mit "Dienstreise".
Für ein Land, welches ja nach eigenem Bekunden nichts zu verbergen hat und für das das Volk auf oberster Stufe steht doch eine seltsame Verhaltensweise, oder nicht ?


Nochmals möchte ich betonen, dass ich nicht jeglichen Lebensstil in Frage stellen möchte. Mir geht es vielmehr um ganz bestimmte Problempunkte, welche mich immer wieder wundern. Ich möchte auch nicht bezweifeln, dass die Mehrheit der Nordkoreaner glücklich ist. Ganz bestimmt ist dies so und das ist auch sehr erfreulich.

Grüße,
Michael
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#19
Die Frage ist für mich natürlich auch, warum ein Land sich so derartig abschottet... Das ist schade, weil so bestimmt keine Vorurteile abgebaut werden können.

ach ja, ich bin journalistin (für Reise-Reportagen).
Wohl dann schwer, in nordkorea einreisen zu dürfen?
Antworten
#20
Hallo Michael,

die in der DVR Korea verfügbare westliche Literatur beschränkt sich natürlich nicht nur auf das Lesesaal-Angebot des Goethe-Instituts. In welchem Maße das Publikationsangebots des Lesesaals angenommen wird, ist mir nicht bekannt. Ich war mehrfach dort und es waren immer Koreaner anwesend, die sich mit den Büchern und Zeitschriften beschäftigten.

Im Großen Studienpalast des Volkes, in Pyongyang am zentralen Kim Il Sung Platz gelegen, gibt es unter den zigtausenden dort gelagerten Publikationen auch solche in deutscher Sprache. Fremdsprachenkurse werden dort ebenfalls angeboten und rege besucht.

Mit dem – wie Du es nennst - "Recht auf freien Zugang zu Informationen“ ist nicht nur Segen verbunden. Freiheit ohne Grenzen kann auch sehr schädlich sein. Ich persönlich kann z.B. gerne auf die „Programmvielfalt“ der naturbedingt profitorientierten Privatfernsehsender verzichten, die sicherlich in den vergangenen 25 Jahren nicht dazu beigetragen haben, das Bildungsniveau zu verbessern. Quantität muss nicht zwangsläufig zu besserer Qualität führen.

In meinem obigen Beitrag wies ich schon kurz auf die bitteren Erfahrungen hin, die die Koreaner durch die imperialistischen Bestrebungen anderer Länder gemacht haben.

Aus einer DDR-Publikation des Jahres 1971: „Jahrzehntelange Erfahrungen des Klassenkampfes der Arbeiterklasse unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei beweisen, dass der Imperialismus immer versuchte, mit Hilfe der verschiedensten taktischen Varianten seine strategischen Absichten zu verwirklichen. Die Methode der Aufweichung, der Zersetzung der sozialistischen Gesellschaft von innen heraus, nimmt in der Globalstrategie des Imperialismus einen immer bedeutenderen Platz ein.“ („Schutz unserer Jugend vor den Einflüssen der imperialistischen Ideologie“, Dr. G. Kräupl/E. Scholz; in: Jugendhilfe 5/1971).

Was L. I. Breshnew seinerzeit auf dem XXIV. Parteitag der KPdSU sagte, gilt auch heute noch unverändert für die wenigen verbliebenen sozialistischen Länder: „Wie leben unter den Bedingungen eines nicht nachlassenden ideologischen Krieges, den die imperialistische Propaganda unter Einsatz der raffiniertesten Methoden und stärksten technischen Mittel gegen unser Land, gegen die Welt des Sozialismus, führt. Sämtliche Werkzeuge der Einwirkung auf die Hirne, die sich in den Händen der Bourgeoisie befinden – Presse, Film und Rundfunk – wurden eingesetzt, um den Sozialismus zu verleumden.“

Dieser Gefahr sieht sich die DVR Korea natürlich auch heute noch ausgesetzt, und angesichts dieser Gefahr hat sich das Volk für eine Regierung entschieden, die es vor solcherlei Einflüssen bewahrt.

Viele Grüße,

Manfred
http://www.nordkorea-info.de

Für preisgünstige Nordkorea-Rundreisen: Infos hier.
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