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Deutsche Besucher in Nordkorea
#11
http://www.rodong.rep.kp/InterEn/index.p...chAction=L

Rodong Sinmun bildet! Zwar ist der Name des Abgeordneten immer noch falsch geschrieben, aber dafür gibt es diesmal ein Bild. Pflug besucht Mangyongdae.

http://www.rodong.rep.kp/InterEn/index.p...06-11-0002

Und nach vier Tagen ist Pflug mit seiner Delegation wieder abgereist.
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#12
Für unsere schweizer Leser:

Der Walliser CSVP-Politiker Rene Imoberdorf traf heute in Pyongyang mit nordkoreanichen Politikern zu Gesprächen zusammen, berichtete die KCNA:

Pyongyang June 25 (KCNA) -- Talks were held between the delegations of the Workers' Party of Korea and the Christian Democratic People's Party of Switzerland in Pyongyang on Monday.
Present there from the WPK side were members of the WPK delegation led by Kim Yong Il, alternate member of the Political Bureau and secretary of the C.C., the WPK. Attending it from the opposite side were members of the delegation of the Christian Democratic People's Party of Switzerland led by Rene Imoberdorf, member of the Council of States from the party.
At the talks both sides informed each other of their party activities and exchanged views on further developing the relations between the two parties.
The talks proceeded in a friendly atmosphere.


Ich versuchte in schweizer Medien detailliertere Informationen zu seinem Nordkorea-Besuch herauszufinden, wurde aber nicht fündig.
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#13
(25.06.2012, 20:57)Kuwolsan schrieb: Für unsere schweizer Leser:

Der Walliser CSVP-Politiker Rene Imoberdorf traf heute in Pyongyang mit nordkoreanichen Politikern zu Gesprächen zusammen, berichtete die KCNA:

Pyongyang June 25 (KCNA) -- Talks were held between the delegations of the Workers' Party of Korea and the Christian Democratic People's Party of Switzerland in Pyongyang on Monday.
Present there from the WPK side were members of the WPK delegation led by Kim Yong Il, alternate member of the Political Bureau and secretary of the C.C., the WPK. Attending it from the opposite side were members of the delegation of the Christian Democratic People's Party of Switzerland led by Rene Imoberdorf, member of the Council of States from the party.
At the talks both sides informed each other of their party activities and exchanged views on further developing the relations between the two parties.
The talks proceeded in a friendly atmosphere.


Ich versuchte in schweizer Medien detailliertere Informationen zu seinem Nordkorea-Besuch herauszufinden, wurde aber nicht fündig.

Hm, das versteh ich jetzt nicht. René Imoberdorf (wir kürzen seine Partei "nur" CVP ab) ist in keiner politischen Komission welche sich um auswärtige Angelegenheiten kümmert, und war nie einer solchen. (Ausnahme die "Delegation für die Beziehungen zum Deutschen Bundestag"). Ich werde mal bei ihm nachfragen was denn der Zweck der Reise wirklich war.
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#14
Für diejenigen die es interessiert: Ich habe von René Imoberdorf noch keine Antwort erhalten. Erstaunlicherweise war in den schweizer Medien zu diesem Thema rein gar nichts zu lesen. Wenn man sich erinnert welche Wellen dass der (private!) Besuch eines anderen Politkers (Christoph Blocher) dazumales geworfen hat finde ich das sehr erstaunlich, gehe aber davon aus dass dies einfach vergessen ging.

Ich werde bei Herrn Imoberdorf nochmals nachhaken, vielleicht krieg ich ja etwas raus.
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#15
Hier, ich bin so nebenbei auf diesen Mann gestoßen, der lange als Besucher in Nordkorea lebte.

Norbert Vollertsen

Er war wohl zeitweise sehr angesehen dort- immerhin gab es Auszeichnungen für ihn.
Ich fand den Artikel bei Wikipedia vor allem Interessant, da man lesen konnte, was dort vor 12 Jahren so passierte.
"...
Vollertsen trat dem Verein Cap Anamur - Deutsche Not-Ärzte bei, um eine Zeitlang im Ausland zu arbeiten. Man ließ ihm die Wahl zwischen Nordkorea und Südsudan. Da er nirgendwo einen Reiseführer über Nordkorea finden konnte, entschied er sich 1999 für Nordkorea. Dort arbeitete er 18 Monate und führte darüber Tagebuch.

Am ersten Tag nach seiner Ankunft erlebte er ein einem Krankenhaus in Sinwon, einer Stadt unweit der Hafenstadt Haeju die erste Operation in Nordkorea: Eine Blinddarmoperation ohne jede Art von Narkose. Er hielt der jungen Patientin eine halbe Stunde lang die Hand, während ihr die Tränen herunter rannten, ohne dass sie einen Laut von sich gab. Das Krankenhaus verfügte über keine Medikamente, keine Desinfektionsmittel, keine Injektionsnadeln, nicht einmal Seife. Der Betonfußboden des Operationssaals war mit Blutspritzern übersät. Es gab keine Toiletten in der Einrichtung und Wasser musste mit Eimern herangeschafft werden. Der Operationstisch war vor dem Fenster aufgebaut, damit der Chirurg etwas sehen konnte.

Er erlebte eine Vielzahl von Nordkoreanern, deren Angst man förmlich sehen kann, schilderte Vollertsen. Kurz nach seiner Ankunft in Haeju erschrak er, als er einen Mann verlassen in einer Ecke des muffigen Krankenhauses völlig in schmutzig-blutigen Verbänden eingehüllt sah. Die Haut des Patienten, eines Arbeiters, war durch heißes Eisen zu Zweidritteln verbrannt - akute Lebensgefahr: Die Krankenhausleitung schien überrascht, dass er noch am Leben war. Die Nordkoreaner organisierten eine Transplantation, zu der 150 Ärzte und Schwestern ein Stück ihrer Haut spendeten. Auch Vollertsen und sein deutscher Kollege spendeten freiwillig ein Stück ihrer Haut. Sie wurde mit einer Rasierklinge entfernt, weil nicht genügend Skalpelle zur Verfügung standen. Wie durch ein Wunder überlebte der Patient. Vollertsen erlangte durch die Berichterstattung in den lokalen nordkoreanischen Medien schnell eine gewisse Bekanntheit, galt als Held. Ein lokales Fernsehteam berichtete, als er ein zweites Mal Haut spendete. Vollertsen wurde dafür die Freundschaftsmedaille und ein VIP-Pass verliehen - erstmalig an Ausländer in Nordkorea!

Dank der Freundschaftsmedaille, die er seit dem sichtbar trug, dem VIP-Pass und seiner koreanischen Sprachkenntnisse gelang es ihm, einen nordkoreanischen Führerschein zu machen. Er erhielt ein eigenes Auto. So durfte er sich ohne Dolmetscher und "Guide" allein im Land bewegen. Uniformierte verlangten keine weiteren Genehmigungen oder Dokumente, sondern ermöglichten ihm Zugang zu vielen Orten, an denen kein westlicher Mensch vorher gewesen war. Er wurde Zeuge der Unterernährung, während Parteikader sich in neuen Mercedes-Benz durch das Land chauffieren lassen. So fotografierte er heimlich seine Patienten und ihre baufälligen Unterkünfte und beließ es nicht beim Besuch der ihm zugewiesenen 10 Krankenhäuser und 3 Waisenhäuser. Er sah nur zerbrochene Bierflaschen als Tropf. Antibiotika waren nicht vorhanden. Mangels Medikamenten und Verbandsstoffen wurden keine größeren Operationen durchgeführt.

Vollertsen ist sich sicher, das Land besitzt eine Zweiklassengesellschaft: Während die Kader in durchaus angenehmen Verhältnissen mit Restaurants und europäischem Essen leben, lebt die arbeitende Klasse in ärmlichsten Verhältnissen und leidet an Unterernährung. Mangel herrscht nicht nur an Nahrungsmitteln, sondern auch an Wasser, im Winter an Heizung, Hygiene... Sein Urteil: Die Hungersnot ist von Menschen gemacht! Er wurde Zeuge, wie Acht- bis Neunjährige zu Nachtarbeit zum Bau der „Autobahn jugendlicher Helden“ gezwungen wurden und Frauen im Rentenalter die Straße kehren mussten.

Auf einer Dienstreise zusammen mit einer deutschen Krankenschwester nach Pukchang, 50 km nördlich von Pjöngjang sah er einen Anfang 20-Jährigen Uniformierten mitten auf der Straße liegen und zwang seinen Fahrer, zu halten. Unter dem Hemd des Toten fand er Narben an Hals und Rücken. Die ostdeutsche Krankenschwester erkannte sofort, dass der Mann gefoltert worden war. Für Vollertsen war es der Schlüssel zur Erklärung für die viele Furcht und Apathie in den Gesichtern, die er zuvor beobachtet hatte...."

ach so, der Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Vol..._Nordkorea

Oh- das Web ist ja voll, wenn man den Namen googelt. War der hier im Forum schon mal thematisiert?

http://northkoreanchristians.com/norbert...rtsen.html


Südkorea scheint ihn ja auch nicht so zu mögen.
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#16
Das war die Situation des "Schweren Marsches", heute ist sie eine komplett andere. Die DVRK ist auf dem Vormarsch, und wir werden noch erleben, wie sie zu einem wohlhabenden sozialistischen Land wird.
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#17
(18.07.2012, 19:13)Juche schrieb: Das war die Situation des "Schweren Marsches", heute ist sie eine komplett andere. Die DVRK ist auf dem Vormarsch, und wir werden noch erleben, wie sie zu einem wohlhabenden sozialistischen Land wird.
Ja, aber es ist trotzdem sehr interesssant.
12 Jahre sind ja keine so lange Zeit.
Und viele nordkoreansiche Menschen werden diese äußerst schwere und bedrückende Zeit noch nicht vergessen haben.

Hieß die Zeit eigentlich damals auch schon "Schwerer Marsch"?

Und wie kam es dazu, daß die Zeiten so sehr schwer wurden?
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#18
(18.07.2012, 19:16)songrim schrieb:
(18.07.2012, 19:13)Juche schrieb: Das war die Situation des "Schweren Marsches", heute ist sie eine komplett andere. Die DVRK ist auf dem Vormarsch, und wir werden noch erleben, wie sie zu einem wohlhabenden sozialistischen Land wird.
Ja, aber es ist trotzdem sehr interesssant.
12 Jahre sind ja keine so lange Zeit.
Und viele nordkoreansiche Menschen werden diese äußerst schwere und bedrückende Zeit noch nicht vergessen haben.

Hieß die Zeit eigentlich damals auch schon "Schwerer Marsch"?

Und wie kam es dazu, daß die Zeiten so sehr schwer wurden?

Drei große Überschwemmungen haben die Ernte in den 90ern vernichtet - es war also nicht die Schuld der Partei, sondern eine Umweltkatastrophe.
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#19
(18.07.2012, 20:17)Juche schrieb: Drei große Überschwemmungen haben die Ernte in den 90ern vernichtet - es war also nicht die Schuld der Partei, sondern eine Umweltkatastrophe.
da erhebt sich nur die Frage, wie kann eine Industrienation so sehr von der Ernte abhängig sein? Und wenn sie es ist, dann kann sich so eine schwere Zeit wiederholen, wenn die Ernte wieder schlecht ausfällt....
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#20
(18.07.2012, 20:28)Schwabe schrieb:
(18.07.2012, 20:17)Juche schrieb: Drei große Überschwemmungen haben die Ernte in den 90ern vernichtet - es war also nicht die Schuld der Partei, sondern eine Umweltkatastrophe.
da erhebt sich nur die Frage, wie kann eine Industrienation so sehr von der Ernte abhängig sein? Und wenn sie es ist, dann kann sich so eine schwere Zeit wiederholen, wenn die Ernte wieder schlecht ausfällt....

Naja, so darf man das nicht sehen... die UdSSR ist zusammengebrochen, und hatte ihre eigenen Probleme, und sowieso war die DVRK zu dieser Zeit sehr isoliert - völlig zu Unrecht. Warum zu Unrecht? Weil es meiner Meinung nach immer das Ziel war - unter Wahrung der eigenen politischen Souveränität - Kontakte mit anderen Staaten aufzunehmen. Vor allem in letzter Zeit tun sie zunehmend, und auch die Beziehungen zu Russland, Vietnam, Kambodscha und Laos werden immer besser.
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