Der Chongmyong-Tag und die Volkssitte - Nordkorea-Information

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Der Chongmyong-Tag und die Volkssitte

Der Chongmyong-Tag ist eine von 24 Jahreszeitteilungen, die den Wechsel der Jahreszeiten mitteilen. Die koreanischen Vorfahren gebrauchten von jeher den Mondkalender. In diesem Jahr ist der 5. April nach dem Sonnenkalender der Chongmyong-Tag.  

Das Wort "Chongmyong" bedeutet, dass der Himmel allmählich klar wird und ein schönes Wetter beginnt. Der Chongmyong-Tag ist mit dem Leben der Menschen eng verbunden, weil er ein wichtiger Anlass bei Landwirtschaft ist.  Daher werden viele Bräuche und Sitten überliefert.

In Korea ist die Zeit um den Chongmyong-Tag eine Saison der Aussaat, die als der erste wichtige Arbeitsprozess der Landwirtschaft gilt. Auf dem Lande begann man gewöhnlich an diesem Tag die Frühlingsaussaat.

Dr. Ri Jae Son, Forscher des Folkloreinstituts bei der Akademie der Gesellschaftswissenschaften, sagt:
"Ein wichtiger Brauch vom Chongmyong-Tag ist es, dass man an diesem Tag mit der Aussaat des Jahres richtig beginnt.  Wenn der Chongmyong-Tag herankommt, werden die Böden, die im Winter gefroren waren, locker, wird der Himmel blau und dauert ein klares Wetter fort. In dieser Zeit herrscht auf den Feldern, wo sich die Bauern mit der Aussaat beschäftigen, eine gemütliche Atmosphäre. In der Vergangenheit verbrachte man so den Chongmyong-Tag auf dem Lande."

Vor Chongmyong legten die koreanischen Vorfahren die Reissaatgüter ins Wasser ein und säten diese danach in die Reissetzlingsfrühbeete. Die Feldfrüchte wie Bohnen und Mongobohnen wurden in dieser Zeit gesät. In die Gärten der Häuser und deren Umgebung werden Saatgüter verschiedener Gemüsearten, darunter Kürbis, Rettich, Salat, Paprika und Porree gepflanzt.  Auf dem Hof ihrer Wohnhäuser, die nach der Überwinterung schön gereinigt wurden, säten die Koreaner die Blumen wie Garten-Balsamine und Zinnie aus. Am Chongmyong-Tag ist es für die Koreaner ein wichtiger traditioneller Brauch, die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen oder sie zu verlegen. An diesem Tag, an dem das Wetter klar und schön ist und die Aussaat, der erste Arbeitsprozess der Landwirtschaft, beginnt, pflegen sie die Gräber ihrer Vorfahren und betten um eine reiche Ernte des Jahres.

Ri Jae Son fährt fort: "An jenem Tag bereiteten die Koreaner verschiedene Spezialitäten zu, die von Frühlingsstimmung geprägt waren. Vor allem erregten Tangpyongchae und Suiumtok die größte Aufmerksamkeit.
Tangpyongchae sind die klein geschnittenen Gelees aus grünen Mungobohnen, denen die mit Essig gemischte Sojasauce beigegeben wird. Es wirkt ganz frisch und einmalig.Suiumtok wird wie folgt zubereitet. Ein Teig aus Reismehl lässt man schellenförmig gären. Dann wird es mit Alkohol bespritzt und gekocht. Außerdem bereitete man verschiedene Gerichte aus Wildgemüse zu, das auf den Bergen in großen Mengen vorhanden ist. Die bedeutendsten waren Adler- und Königsfarn, Aralie, Pimpernell und Aster."

Die Koreaner überlieferten lange Zeit den alten nationalen Brauch, in der Zeit um Chongmyong-Tag die Felder zu besäen und um eine reiche Ernte zu betten sowie sich um die Gräber der Vorfahren zu kümmern. Darin spiegelt sich der nationale Charakter des fleißigen und anständigen koreanischen Volkes wahrheitsgetreu wider.

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