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Wiedervereinigung wirklich gewuenscht?
#21
OK, kein Problem,

könntest du bitte kurz zusammenfassen, wie sich Kim Il-Sung in dem von dir gelesenen Werk von 1972 die Vereinigung Koreas vorstellte, wie wichtig ihm das, ihm Vergleich zu anderen Dingen, war, und ob zumindest ein Teil seiner dieser ursprünglichen Ideen, Wünsche, Pläne eingetreten ist oder eben nicht ...

danke vielmals und LG,

Kuwolsan
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#22
Stimmt, die Zahl ist falsch. In Südkorea leben 49 Mio., in Nordkorea ca. 23 Mio. Menschen. Nordkorea stellt also 32% aller Koreaner und hat 47% der Bevölkerung Südkoreas.

Da kann man schöne Zahlenspiele machen: Würde Südkorea sein Militär so aufrüsten wie Nordkorea, kämen sie relativ zur Bevölkerungszahl auf eine Armee von 2,45 Millionen Soldaten.

Um relativ zur jetzigen Wirtschaftsleistung Nordkoreas, nach Artikelangaben pro Kopf ca. 5% im Vergleich zum Süden, eine gleich große absolute Wirtschaftsleistung zu erzielen, bräuchte es 460 Millionen Nordkoreaner. Statistisch würden dagegen bereits ca. 2,5 Millionen Südkoreaner ausreichen, um die Wirtschaftsleistung Nordkoreas zu erzielen. Die würden glatt im Überfluss leben.

Allerdings wären dann, um bei dem obigen Rechenbeispiel zur neuen Größe der Armee zu bleiben, fast alle Südkoreaner Soldaten und somit würde 100% der Wirtschaftskraft für das Militär aufgebracht.

Insofern ist Nordkorea, was derzeit 25% seiner Gelder für die Armee ausgibt, sehr sparsam in diesem Bereich. Bei gleicher Wirtschaftsleistung wie Südkorea könnte sich Nordkorea mit 25% Militärausgaben sogar 23 Millionen Soldaten leisten.

Hätte Nordkorea also das Geld von Südkorea, wären alle Nordkoreaner Soldaten und hätten noch genug Geld übrig, um 35 Millionen arbeitende Südkoreaner gut zu verköstigen.

Dann kann natürlich die Wiedervereinigung kommen, zumal sich dann dagegen bei dieser Armee sowieso keiner mehr wehren würde...Big Grin
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#23
@Kuwolsan:
- Sung fusst diese Wiedervereinigung auf drei Prinzipien, von denen fuer mich das Recht auf seine "eigenes" System das wichtigste ist
- Fur ihn ist ein Friendensvertrag nur dann moeglich wenn sich die Amerika von der koreanischen Halbinsel zurueckziehen
- Er respektiert die suedkoreanische Lebensweise "ich will ihnen gar nich den Kommunismus aufzwingen" wie er zur recht will, dass die nordkoreanische Lebensweise respektiert wird
- Er spricht sich fuer eine Kommission aus, die ueber alle Details beraten soll

Das war fuer mich das wichtigste in den 8 Seiten

Es liest sich auf den ersten Blick sehr gut und hoert ich oberflaechlich sehr gut an, Sung bleibt aber wirklich konkrete Vorschlaege und Umsetzungen schuldig. Auch die Reisefreiheit zumindest innerhalb Korea wird mit keinem Wort erwaehnt wird, weil das eben die heikelste Frage ist. Sung hat wohl noch gut in Erinnerung wie die DDR deshalb ausgeblutet ist, als es die Mauer noch nicht gab. Wie gesagt, ohne Reisefreiheit keine Wiedervereinigung, aber diese Reisefreiheit koennte man gar nicht kontrollieren... Denkt mal es druecken damals wie in Westberlin aber tausende Richtung Grenze, da haelt die auch kein Soldat auf. Man muss den Nordkoreaner erst einen gewissen Wohlstand bringen, sonst wuerde eine Wiedervereinigung nur dazu fuehren, dass ein Exodus nie gekannten Ausmassen in Sueden rueckt.
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#24
Hier einmal ein kleiner neuer Beitrag zu den innerkoreanischen Wiedervereinigungsbestrebungen. Diesmal vom Spiegel der teils wieder die typischen Formulierungen und Fragen beinhaltet. Aber immerhin und anscheinend aus der Perspektive des Südens:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...95,00.html
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#25
Es braucht viele kluge Vermittler, viel Verhandlungen, viele Gespräche, auch klarer Ansagen der Mächte in und um Korea herum, wenn es um die Vereinigung und das WIE und unter WELCHEN BEDINGUNGEN geht. Wie soll es sein mit den staatlichen Stellen, Polizei, Justiz, Militär, Geheimdienst, Parteienpolitiker, der Intelligenz, den Lehrern, was passiert mit den dort auf beiden Seiten tätigen Leuten, wer hat da was zu sagen, wer will da koordinieren in einem Land mit 2 Systemen? Das hat in Deutschland nicht unbedingt so gut geklappt, wenn man direkt davon betroffen war, vieles hat das Ausland nicht mit bekommen. Gut war, es fiel dank aller Beteiligter kein Schuss, es gab keine Toten direkt zur Wende.
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