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Linke-Abgeordneter in Nordkorea
#1
Endlich mal ein vernünftiger Politiker! Und unrecht hat er auch nicht ;-)

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http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,...23,00.html

Er wollte den Tourismus ankurbeln und die Beziehungen verbessern, doch dann kam das Artilleriegefecht mit Südkorea dazwischen. Trotzdem schwärmt der Linke-Bundestags-Abgeordnete Thomas Lutze von den Sehenswürdigkeiten Nordkoreas - und will bald zurück nach Pjöngjang.

SPIEGEL ONLINE: Herr Lutze, die Welt schaut gebannt nach Korea. Sie waren gerade neun Tage in Nordkorea. Was wollten Sie dort?

Thomas Lutze: Ich komme aus der DDR, da ist so ein geteiltes Land natürlich spannend für mich. Ich bin seit einem Jahr in der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe und wollte mir mein eigenes Bild vom Norden machen. Also bin ich mit meinem Büroleiter hingeflogen.

SPIEGEL ONLINE: Sie saßen schon im Flieger zurück nach Deutschland, als das Artillerie-Gefecht zwischen Nord- und Südkorea ausbrach, das jetzt die Welt in Atem hält.

Lutze: Ich habe sofort nach der Landung in Frankfurt auf dem Handy gesehen, was passiert ist. Ich war total geschockt. Einen Tag zuvor war ich noch an der Demarkationslinie, die Norden und Süden trennt. Wie die innerdeutsche Grenze sozusagen. Hätte ich vorher gewusst, was dort nun passieren würde, wäre ich in Deutschland geblieben.

SPIEGEL ONLINE: Wie haben Sie die Stimmung im Norden vor der Zwischenfall empfunden?

Lutze: Alle meine Gesprächspartner haben gesagt: "Zurzeit herrscht hier eine angespannte Sicherheitssituation." Ich habe das zunächst als Floskel abgetan. Was man halt so sagt in einem geteilten Land. Genau wie in der DDR damals. Jetzt weiß ich es besser.

SPIEGEL ONLINE: Wen haben Sie denn dort getroffen?

Lutze: Viele wichtige Nordkoreaner. Ich habe mir mit dem Leiter der Verkehrsbehörde den Hauptbahnhof in Pjöngjang angeschaut. Das ergiebigste Treffen war mit einem Tourismus-Chef, das ging den ganzen Abend. Mir ging es beim Besuch um Austausch in den Bereichen Tourismus und Verkehr.

SPIEGEL ONLINE: Urlaub in Pjöngjang - hört sich nicht sehr verlockend an.

Lutze: Im Bundestag sitze ich im Tourismusausschuss. Jedes Jahr kommen immerhin als 300 Touristen aus Deutschland nach Nordkorea. Und die Nordkoreaner wollen, dass es 3000 pro Jahr werden. Sie haben auch ein paar imposante Hotels auf westlichem Niveau, tolle Berge mit Gebirgsseen, Badeorte an der Küste. Die Voraussetzungen sind alle da.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt jetzt nach Werbung für Nordkorea.

Lutze: Nein, nein. Die Prospekte der Hotels sind alle 20 Jahre alt - und man sieht überall, dass 20 Jahre nichts gemacht worden ist. Wie im Ostblock in den Achtzigern. Das lässt der deutsche Tourist doch nicht mit sich machen. Ich habe auch klar gemacht: Dass man in Nordkorea seine Reisegruppe nicht verlassen darf, geht gar nicht.

SPIEGEL ONLINE: Wurden Sie auch rund um die Uhr bewacht?

Lutze: Mein Mitarbeiter und ich hatten rund um die Uhr einen Begleiter, der kein Wort Deutsch oder Englisch sprach, und einen Dolmetscher. Auch der Protokollchef der Parlaments hat mich begrüßt. Der Service war vorbildlich.

SPIEGEL ONLINE: Service? Doch wohl eher die Überwachung.

Lutze: Ja, bei den offiziellen Gesprächen waren auch immer zwei Koreaner dabei, die jedes Wort mitgeschrieben haben. Die haben selbst kein Wort gesagt, aber sicherlich Deutsch verstanden. Viele dort haben ja in der DDR studiert. Als ehemaliger DDR-Bürger konnte ich mich gut in die hineinversetzen.

SPIEGEL ONLINE: Durften Sie Fotos machen?

Lutze: Ja. Nur keine Bilder von Militärs, wovon es immer ziemlich viele gab. Sonst wurde die Kamera nie kontrolliert. Wobei: Manchmal machte unser stummer Begleiter Gruppenfotos von uns. Ich gab ihm meine Kamera und er hantierte dann immer sehr lang damit herum. Vielleicht tat er nur so, als ob er damit nicht umgehen kann. Auch solche Spielchen kenne ich aus der DDR.

SPIEGEL ONLINE: Ausgerechnet ein Linker, der in der DDR aufgewachsen ist, reist in die sogenannte Steinzeit-Diktatur Nordkoreas. Das ist doch ein gefundenes Fressen für die politischen Gegner in Berlin.

Lutze: Ein paar Kollegen haben gesagt: Die Reise hätte doch nicht sein müssen. Aber das ist doch albern. Man muss auch in solche Staaten reisen dürfen. Selbst die Stiftungen von CSU und FDP haben hier Büros. Ich bekunde damit keine Sympathie für das Regime. Von Bundestagspräsident Lammert habe ich sogar einen Dienstreise-Auftrag bekommen. Mein Besuch war ein Beitrag zur Entspannung. Ich werde dem Parlament ausführlich berichten.

SPIEGEL ONLINE: Was werden Sie berichten?

Lutze: Wenn die Lage am Dienstag nicht eskaliert wäre, hätte ich verlangt, dass wir gemeinsam mehr kooperieren und den Tourismus weiterentwickeln müssen. Das ist jetzt alles für die Katz. Aber ich möchte bald noch einmal hinfahren.
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#2
Es ist mal wieder offensichtlich, daß in 'sarkastischer' Art versucht wird, von oben herab auf NK zu blicken... Nichts neues im Westen.
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#3
Ich denke, dass wir genau solche Kontakte brauchen. Es ist erfreulich, dass ein Politiker soviel Charakter hatte, diese Reise zu machen und eine so relativ sachliche Meinung zu vertreten. Die Vorfälle in Österreich vor einiger Zeit haben gezeigt, was man dafür als Politiker für Prügel kriegen kann, weil Sachlichkeit nicht gefragt ist und schon das Besuchen des Landes als Tabu gesehen wird. Es wird immer eine Öffnung des Landes gefordert und andererseits das Land isoliert, ein Widerspruch den nicht viele verstanden haben bis jetzt. Danke an Herrn Lutze für seine Aktivitäten, die derzeitige Stimmung geht auch mal wieder vorbei, dann kann er ja seine Arbeit fortsetzen.
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#4
(29.11.2010, 18:44)bluxstar schrieb: Es ist mal wieder offensichtlich, daß in 'sarkastischer' Art versucht wird, von oben herab auf NK zu blicken... Nichts neues im Westen.

Weiss jetzt nicht was da so schlimm war an dem Interview. Es gehoert wohl eher zu den 5% der Besseren.
Apropos "nichts neues im Westen"...Du solltest Dir mal die Meinungen in China ueber Nordkorea anhoeren.
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#5
@Dangun: Was ist denn die Meinung über Nordkorea in China?

Also in Vietnam ist die Meinung über China sehr schlecht! In Taiwan übrigens auch ...
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#6
(29.11.2010, 23:27)jperazor schrieb: @Dangun: Was ist denn die Meinung über Nordkorea in China?

Da lohnt sich das schreiben nicht, da eh geloescht wird.....
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#7
(29.11.2010, 23:27)jperazor schrieb: @Dangun: Was ist denn die Meinung über Nordkorea in China?

Also in Vietnam ist die Meinung über China sehr schlecht! In Taiwan übrigens auch ...

Witzbold....Big Grin
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