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Moranbong Band und klassische Musik
#1
Irgendwie fällt es mir auf, dass die klassische Musik in Nordkorea (State Merited Orchestra) dieses und letztes Jahr extrem kurz kam. Zumindest fand ich dieses Jahr kaum Videos dazu. Auch Paraden und ähnliche militärische Veranstaltungen sah ich kaum. (Wäre da nicht was am 27. Juli gekommmen?).

Irgendwie lässt sich unter Kim Jong-Un eine zunehmende "Verwestlichung" der nordkoreanischen Kultur betrachten. Nur als Beispiel das neueste Lied für Kim Jong-Un (Ohne Militärische Version): https://www.youtube.com/watch?v=6_r1KABO...2ExBz261Eg

Seht ihr diese Entwicklung ähnlich wie ich? Begrüßt ihr sie oder lehnt ihr sie ab?
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#2
Also von "Verwestlichung" kann ich bei diesem Lied nichts spühren.
Es hat den üblichen Stil. Schöne Stimme mit schöner Musik.
Wo soll sie sein?? Muss immer eine militärische Note zu erkennen sein?
Ich denke nicht.

Über die Gesamtentwicklung kann man nur spekulieren.
Ich denke, über kurz oder lang, werden sich zarte Veränderungen nicht aufhalten lassen.
Das muss nicht gleich eine "Amerikanisierung" sein. Davor möge man die Nordkoreaner so lange wie möglich bewahren.

Wir werden sehen.
Übrigens kann manchmal die Krankheit einen Staatslenkers der Auslöser für Veränderungen sein!
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#3
Versteh mich nicht falsch, ich habe per se nichts gegen die Moranbong Band oder ruhigere Musik an sich. Sie haben sogar ziemlich gute Stücke, obwohl mir solche Musik früher eher selten zusagte. Smile

Doch trotz allem lässt sich eine gewisse "Demilitarisierung " erkennen. Normalerweise wäre so ein Zustand ja auch wünschenswert, doch unsere geopolitische Situation ist nun mal alles andere als normal.

Vergleichen wir die Situation nur mal mit dem Sturz Gaddafis: Als ihn die USA schon mit Feindseligkeit betrachteten (Als er also anfing, sein Öl nicht mehr in Dollar zu verkaufen) wollte er den guten Kurs mit dem Westen nicht verlieren (Sie waren beide ja langjährige Geschäftspartner) und hat seine Ressourcen in Bildung und Soziales investiert und seine Militärkosten sogar noch gesenkt im Sinne von: "Seht mich an, ich will nichts böses, ich rüste ja nicht mal auf." Was ist schlussendlich passiert? Ihm wurde eine "humanitäre Aktion" in typisch westlicher Manier verpasst. Soll heißen: Er wurde auf das übelste vergewaltigt(sic!) und gefoltert.

Ich sage nicht, dass es so kommen wird, doch wenn man die heutige Zeit mit den Songun-Höhepunkten unter Kim Jong-Il betrachtet, da kommen mir halt schon gewisse Zweifel. Ich mache mir ja auch nur Sorgen um das Land. Belehrt mich, wenn ich falsch liege.

Ich hoffe Kim Jong-Un und seine Generäle wissen, was sie tun...
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#4
Ob den Generälen jeweils genug Zeit bleibt, damit sie tun können, was sie wissen ... ?

Hier die Auflistung der Armeeminister der DPRK seit der Staatsgründung 1948 (Quelle: Wikipedia)

1 Choi Yong-kun // September 1948 – September 1957
2 Kim Kwang-hae // September 1957 – October 1962
3 Kim Chang-bong // October 1962 – December 1968
4 Choe Hyon // December 1968 – May 1976
5 O Chin-u // May 1976 – February 1995
6 Choi Kwang // October 1995 – February 1997
7 Kim Il-chol // February 1997 – February 2009
8 Kim Yong-chun // February 2009 – April 2012
9 Kim Jong-gak // April – November 2012
10 Kim Kyok-sik // November 2012 – May 2013
11 Jang Jong-nam // May 2013 – June 2014
12 Hyon Yong-chol // June 2014 – present

Während also in den ersten 60 Jahren der Volksrepublik nur sieben Armeeminister zu verzeichnen sind (durchschnittliche Amtsperiode fast neun Jahre pro Armeeminister), sehen wir nun seit Jahresbeginn 2012 bereits den fünften Armeeminister im Amt !!

(Rolle würde meinen, der Generalstabschef ist in Nordkorea wichtiger als der Armeeminister, aber der Generalstabschef wurde in den letzten Jahren auch des Öfteren ausgewechselt)

Das sieht für mich - muss aber nicht zwingend so sein - nach einer Unruhe innerhalb der Armee oder noch eher nach einer Vorsicht der Zivilpolitik gegenüber der Armee aus ... ?
oder was könnten andere Gründe für den momentanen permanenten Wechsel in der Armeeführung sein ?
und könnte dieser häufige Wechsel der Armeeführung dann einen Einfluss auf die Militärpolitik der Volksrepublik haben ? welchen ? geringen bis keinen ?

---

Den gegenwärtigen Musikstil mit der Moranbong-Mädchen-Gesangs- und Bandgruppe sehe ich eher im Zusammenhang mit Ri Sol Ju, und dem Einfluss der Teenie-Gesangsgruppen der Nachbarländer auf Nordkorea ... man will halt auch zeigen, dass man modern ist (oder so ähnlich) ...
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#5
Interessante Beobachtung. Nur mal als Gedanke ...

Die Armeeführung zu Zeiten von KIS waren Mitkämpfer aus der Partisanenzeit, bis O Chin U. Stabil und ein Machtgarant. Diese Generation ( ausser Kim Yong Nam ) ist verstorben.

Im internationalen Kontext hat sich die Aufgabe der Armee geändert, auch wenn das imho noch nicht alle Generale verstanden haben. Die KVA kann ROK heute nicht mehr erobern, zerstören vielleicht, aber nicht erobern. Dazu brauchst Du modern ausgerüstete Bodentruppen, die sie nicht haben. Nur die Masse reicht nicht. Bin nicht sicher ob das dort alle verstanden haben.

Die Armee selbst driftet auseinander. Es gibt wenige Eliteeinheiten, besser versorgt und ausgerüstet, wie das Phjongjanger Armeekorps. Damit wechseln auch Einfluss und Machtstrukturen in der Armee. Mehr Bürokraten, weniger Soldaten ;-)
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