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Preview of DPRK-China Co-Produced Film "Promise in Pyongyang" Held
#16
Gestern haben meine Frau und ich uns den Film “Meet in Pyongyang“ in einem Kino in Beijing angesehen.
Die Schauspieler sprechen jeweils in ihrer Muttersprache, also Koreaner koreanisch, Chinesen chinesisch. Der Film ist chinesisch und englisch untertitelt. Keine besonders schwierigen Dialoge, mit einigermaßen Englischkenntnissen sollte man der Handlung gut folgen können.
Haupthandlung ist der Besuch einer chinesischen Tänzerin in Pyongyang im Rahmen eines chinesisch-koreanischen Kulturaustausches. Professionell und technisch perfekt, aber vom Charakter sehr individualistisch fällt es ihr schwer, das Wesen des koreanischen Volkstanzes zu erfassen.

In einer Nebenhandlung versuchen sie und eine Reisebekanntschaft im Auftrag ihrer Großeltern alte Genossen aus dem Koreakrieg zu finden. Diese Teilhandlung baut auf der traditionellen koreanisch-chinesischen Freundschaft auf, ein Teil der Geschichte, die leider für die meisten chinesischen Jugendlichen in ferner, ferner Vergangenheit liegt.

Und schließlich noch eine kleine (harmlose) Liebesgeschichte, in der die Koreaner das sind, als was sie selten wahrgenommen werden, ganz normale Menschen, mit widersprüchlichen Gefühlen wie Menschen sonst überall auf der Welt.

Der Film führt an vertraute Orte, zeigt z.B. in Großaufnahme die Liste von Gefallenen der chinesischen Freiwilligenarmee im chinesisch-koreanischen Freundschaftsturm in Pyongyang, in der auch wir lange geblättert hatten ... Aber auch Details des alltäglichen koreanischen Lebens werden gezeigt, eine Fahrt mit der Straßenbahn, eine normale Wohnung in Pyongyang ...
Und dann der Höhepunkt, Vorbereitung und schließlich Auführung des Arirang-Festivals.

“Meet in Pyongyang“ ist kein politischer Film, kein Propaganda-Film. Die Handlung ist so normal und so alltäglich, daß sie sich wirklich so abspielen könnte. Gerade darin liegt die Wirkung des Films.
Liu Dong, eine bisher weitgehend unbekannte chinesische Schauspielerin, scheint gar nicht zu schauspielern, sie wirkt wie die Nachbarin von nebenan, junge verwöhnte Frauen aus Beijing sind so.
Yinshun (Jin Yulin), die koreanische Hauptfigur, ist so, wie man sich eine gute Lehrerin vorstellt, bescheiden, stellt sich nie in den Vordergrund, macht wenig Worte, aber das was sie sagt, trifft die Situation genau. Aber auch sie wirkt menschlich, hat ihre Schwächen.
Der Film hat eine sehr schöne Kameraführung, optisch sehr ansprechend.

Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, für Korea-Interessierte, aber auch für Freunde und Kollegen, die (bis jetzt) nicht begreifen können, was wir an Korea interessant finden.

Ein Gedanke nach dem Film: ich, wir, die wir vielleicht ein oder ein paar Mal in Korea auf Urlaub waren, sollten sehr bescheiden sein, wenn es darum geht, die koreanische Kultur zu verstehen.
Ein Verständnis der nordkoreanischen Politik ist demgegenüber noch einfacher, Politik und Ökonomie lassen sich rational analysieren und erfassen. Kultur ist dagegen großenteils nur intuitiv erfassbar, gerade in einem Land wie Nordkorea, in dem traditionelle Kultur noch sehr ursprünglich erhalten ist.
Bestimmte tänzerische Bewegungen von Yinshun, die hatten wir so auch bei Kindern bei einer Aufführung in Pyongyang gesehen. Die Bewegungen der chinesischen Tänzerin sehen dagegen anders auch, so professionell sie sich auch bemüht den koreanischen Volkstanz zu imitieren.
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RE: Preview of DPRK-China Co-Produced Film "Promise in Pyongyang" Held - von Blauer Apfel - 05.08.2012, 18:58

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