(19.12.2011, 22:13)dprk schrieb: Zu diesem Thema empfehle ich mit aufgeschlossener Einstellung das Studium von ostasiatischer Kultur, Tradition, Konfuzianismus. Die westliche Denkweise ist nicht für alle Völker der Welt der Schlüssel zum Glück.alles schön und gut, aber da frage ich mich, was Massenaufmärsche und und kollektive Bewirtschaftung des Bodens mit traditioneller asiatischer Kultur und Konfuzianismus zu tun haben.
Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen und sagen: Die so starke ideologische Ausrichtung und Erziehung (um es einmal möglichst neutral zu formulieren) ist ebenfalls nicht konfuzianisch bzw. asiatisch. Der "Asiate an sich" ist eher pragmatisch.
Auch der Personenkult fällt darunter. Zwar ist das in der Vergangenheit in Asien schon mehrfach praktiziert worden. Konfuzius lehrte aber vor allem ein ausgefeiltes Rechte-Pflichten-System und eine organisch aufgebaute Gesellschaft. Dass der Herrscher zu einem Über-Menschen hochstilisiert werden soll, findet man bei ihm meines Wissens nicht.
Ich weiß, das war nicht die Zielrichtung Ihres Beitrags. Trotzdem lässt sich das "Phänomen" Nordkorea mit traditioneller asiatischer Kultur bzw. zumindest mit Konfuzianismus nicht hinreichend erklären.
(20.12.2011, 15:04)micha schrieb: Wäre es aber nicht schön, der nordkoreanischen Bevölkerung zu überlassen, was ihre Grundbedürfnisse sind?da erhebt sich natürlich gleich die Frage: Wer ist "die nordkoreanische Bevölkerung", und wer spricht für sie? Und da beißt sich dann schnell die Katze in den Schwanz...
(20.12.2011, 13:24)Bulungi schrieb: Die von den USA propagierte heuchlerische Politik, das jedem Menschen Wohlstand und max. Konsum zusteht, läßt sich in der Realpolitik gar nicht umsetzen. Schon jetzt wird uns und vielen Nationen bewusst, wie endlich unsere irdischen Ressourcen hierfür sind. Würde sich die Weltbevölkerung mit einer einheitlichen, gleichen Grundversorgungsrate zufrieden geben, wäre uns Menschen und der Natur eine immens höhere Überlebensdauer gegeben. Somit wird auch das chin. Konsum Modell eines Tages scheitern.Prinzipiell stimme ich der Einschätzung zu, dass wir hier über unsere Verhältnisse leben, wie alle "industrialisierten" Länder.
In zwei Punkten muss ich aber widersprechen:
1. Würde sich die Weltbevölkerung mit einer einheitlichen, gleichen Grundversorgungsrate zufrieden geben, dann ließen sich die Güter dieser Erde gerechter verteilen, und keiner müsste hungern (das ist meine feste Überzeugung); der Natur wäre dann aber auch nicht eine höhere Lebensdauer beschert. Denn selbst wenn alle Menschen dieser Erde einen Lebensstandard hätten wie z.B. Europa in den 50-er Jahren, dann würden einige Menschen sich zurückhalten, andere aber im Bereich Konsum enorm aufholen, und das ginge ebenfalls auf Kosten der Natur.
2. Es ist keineswegs so, dass in Nordkorea eine Lebensweise "gemäß der Natur" herrscht und das "nordkoreanische Modell" deswegen tragfähiger wäre. Vielmehr ist Nordkorea in Industriestaat, und gerade die kommunistischen Staaten haben die Industrie forciert und tun es noch immer, wo sie nur können. Wenn die Nordkoreaner heutzutage sich mit wenig begnügen müssen und wenig industriell gefertigte Güter zur Verfügung haben, dann deswegen, weil die Industrie des Landes darnieder liegt. Wenn Nordkorea aber könnte (ohne Embargos u.ä.), dann würden sie ihre Industrieproduktion hochfahren, so weit es ginge. Ob sie dann viel Rücksicht auf die Umwelt nähmen, weiß ich nicht; die Sowjetunion und ihre Satelliten haben es i.d.R. nur wenig getan.
