04.09.2012, 22:02
(04.09.2012, 20:47)leyland80 schrieb: Lieber NGO !
Wie beurteilst du es denn, wenn die Amerikaner Ihren Angriff auf den Irak mit Beweisen begründen welche Sie selbst gefälscht haben und das anschließend noch selbst zugeben.
Und die wahren Gründe sind doch wohl jedem klar.
Und du denkst diese Meinung dürfte ein Journalist öffentlich vertreten ?
Wir machen das aber alles ganz anders - wir regeln das kapitalistisch ! wir sorgen einfach dafür , dass sich die Medien in der Hand der richtigen Besitzer befinden und lassen die anderen finanziell ausbluten und schon haben wir das gewünschte öffentliche Meinungsbild.
Welche linken Zeitungen gibt es denn noch ? eine kleine Handvoll mit sehr übersichtlicher Auflage.
Lieber Leser !
meinem Bruder habe ich von seinem Job abgeraten und kann wohl auch nichts dafür. Da er momentan nach Afghanistan muss, ist er wohl selbst nicht mehr so glücklich über seine Entscheidung. In jedem Fall ist diese wohl nicht mir anzulasten. Meine Berufswahl finde ich nicht inkonsequent.
Um das kapitalistische System zu entlarven sind umfangreiche Kenntnisse notwendig um es zu verstehen und um argumentativ begründen zu können.
Ausserdem ist es natürlich auch im Finanzwesen so, dass beim Thema gesellschaftlich-verantwortliches Handeln stark differnziert werden muss. Nicht jeder der im Finanzwesen arbeitet ist ein MEGA-Kapitalist.
Das die kommunistischen Staaten deutlich mehr verschuldet sind ( viele gibt es ja nicht ) ist wohl eher eine Frage "welche Statistik wird wie interpretiert".
Wir sind momentan ( selbst um die Wirtschaftskraft bereinigt ) deutlich verschuldeter als die DDR und ich bitte bei userer VErschuldung auch die um ein mehrfaches ! höhere indirekte Verschuldung zu berücksichtigen ( Rentenproblematik ). Diese Meinung wird sogar von den renomiertesten Wirtschaftswissenschaftlern geteilt. Mitglied in einer Partei bin ich schon seit 14 Jahren und sage dort auch meine Meinung.
du hast in einem Punkt recht - wegen der demografischen Lage nach NK auswandern ist bestimmt nicht populär.
Aber fast die gesamte Bevölkerung beschäftigt sich auch garnicht ernsthaft mit den Problemen der Zukunft und ist nicht in der Lage die Konsequenzen zu erkennen.
Ob NK mich will oder nicht - dürfen die natürlich selber entscheiden.
Und noch etwas zum Thema Meinungsfreiheit /Politik.
Du kannst dir sicher sein, dass dir bei bestimmter Meinung jeder Stein in den Weg gelegt wird, der möglich ist, um dich lächerlich zu machen. Dann hast du halt jede Woche eine Prüfung vom Finanzamt oder bekommst keine öffentlichen Aufträge mehr und wenn das alles nicht hilft ? dann tauchen plötzlich z.B.: zwei schwedische Frauen auf welche von dir vergewaltigt wurden.
Hallo Leyland!
Willkommen im Forum!
Wenn man sich eingehend mit dem Thema Irak-Krieg befasst, wird man auch in deutschen Mainstream-Medien mehr als einmal das Wort "Öl" lesen können. Oder höre dich um: Die Menschen in Deutschland sind überwiegend sehr kritisch dem Irak-Krieg gegenüber. Welche Reputation die Bush jr.-Regierung im deutschen Volk und in der deutschen Presse "genießt" steht außerfrage: mittlerweile ist es ja fast so etwas wie einen Lehrmeinung, dass diese Regierung nichts getaugt hat.
Kennst du die "Tageszeitung"? Ich gebe zu, die ist nicht nur links, die ist manchmal auch einfach schwach, aber der Beileger "Le Monde diplomatique" ist genauso links und das auf höherem Niveau.
Allgemein zum Thema Pressefreiheit: Natürlich hängt die private Presse irgendwo am Kapital, aber verkauft wird hier auch, was sich verkaufen lässt. Und deshalb ist diese Presse nicht automatisch unfrei: Freie Presse wird eben nachgefragt. Außerdem gibt es die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten. Wünschenswert wäre vielleicht noch ein Recht auf Gegendarstellung, wie es es in Norwegen gibt. Aber en general haben wir heute in Deutschland - auch durch das Internet - eine ziemlich weitreichende Presse- und Meinungsfreiheit.
Natürlich kannst du nichts für die Berufswahl deines Bruders, keine Frage.
Das die Verschuldung vieler Staaten ignoriert wird ist falsch. Wenn man sich nur anschaut wie dieses Graeber-Buch gehypt wird! Es ist wahr, das viele sich mit diesem Thema wenig beschäftigen, und es ist auch wahr, dass viele Entscheidungsträger dies ignorieren. Wahr ist aber auch: Die Bereitschaft zum Keynesianismus im Volk ist gewachsen, man hat mehr Verständnis für Steuererhöhungen. Wenn ich mir anhöre, auf welche Reaktionen die geplante Senkung (!) des Rentenbeitragssatzes in meinem Bekanntenkreis gestoßen ist, weiß ich, dass die alten populistischen (Wahlkampf)tricks wie z.B derlei Senkungen bei vielen nicht mehr ziehen. Womit das nächste Thema erreicht wäre: Demographische Entwicklung.
Auch ich finde, dass sie noch nicht in den Köpfen vieler angekommen ist, obgleich viel darüber berichtet und geschrieben wird.
Dazu schriebst du:
Zitat:Aber fast die gesamte Bevölkerung beschäftigt sich auch garnicht ernsthaft mit den Problemen der Zukunft und ist nicht in der Lage die Konsequenzen zu erkennen.Sehe ich in dieser Schärfe nicht, "fast die gesamte Bevölkerung" ist - glaube ich - übertrieben.
Aber das gibt es durchaus, und es ist weit verbreitet. Das hängt natürlich eng mit der "Politikverdrossenheit" zusammen. Für mich irgendwie unlogisch, obwohl die Ursachen (Wahlversprechen, kurzfristige Politik, keine Idealisten mehr etc.) natürlich klar sind. Politik wird von vielen wohl vom tatsächlichen Leben streng abgegrenzt, obwohl die Politik ja nur Mittel zum Zweck ist. Trotzdem wäre das für mich nie ein Grund auszuwandern.
Ich denke, die anstehenden Probleme (Demographie, Staatsschulden, "Energiewende" etc. werden zu einer sich wieder intensivierenderen Beschäftigung mit Politik führen.
PS: In der DVRK gibt es kein Internet, und keine freie Presse.

