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"Radiokästen" in den Wohnungen
#1
Hallo,

habe eben mal nach "Schweizer Telefonrundspruch" gegoogelt, habe noch ein altes Röhrenradio zu Hause, hier findet sich "Telefonrundspruch" auf der Skala.

Bin dabei in einem Radioforum auf folgendes gestoßen

Zitat:Das gab es in der Sowjetunion auch. Ich war dort mal in Studentenwohnheimen in Moskau, in Gomel (Weißrußland) und Kiew (Ukraine). Auf jedem Zimmer ein Lautsprecherkasten mit Lautstärkeknopf. Ich glaube in Kiew konnte man sogar zwischen 2 Programmen umschalten.
Der Sound: schlechte Langwellen Qualität. Das Programm: Oper, politische Kommentare und Informationen aus der Produktion, russische Kampflieder.
Glücklicherweise ließen sich die Kästen in der Lautstärke bis auf fast 0 runterregeln, jedoch nie ganz ausschalten.

So etwas gibt es in Nordkorea doch auch. Weiß jemand zufällig näheres über die verwendete Technik in Nord-Korea? Sind diese "Kästen" in den Wohnungen auch per Drahtfunk angeschlossen, oder sind das "normale" Radios? Welches Programm "spielen" sie? Es gibt in Nordkorea ja diverse UKW- und MW-Sender (siehe einschlägige Frequenztabellen). Es gibt auch aller Ansicht nach mehr als nur ein Programm, welches terrestrisch ausgestrahlt wird. Weshalb diese "Vielfalt", wenn die "Kästen" in den Wohnungen nur ein Programm empfangen können? Normale Radios sind doch verboten, oder bin ich da falsch informiert?

Viele Grüße,
Klaus
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#2
Ich kann dir zwar deine Detailfragen nicht beantworten, aber vielleicht bringen dich meine zwei Hinweise schon ein bißchen weiter:

1: So einen Kasten siehst du in der Doku "a state of mind" bei 16:15. Der Sprecher erklärt, daß nur die Lautstärke reguliert werden kann. Da nur ein Drehknopf und sonst nichts erkennbar ist wird das wohl auch so sein. Vielleicht nur ein Lautsprecher ohne Empfangsteil.
2: Ein Mitreisender bei meiner Nordkorea-Reise hatte ein Mini-Radio im Bus dabei und konnte damit mehrere UKW-Sender in Pyongyang empfangen.

Meine Vermutung daraus: Es gibt beides, Lautsprecherkästen in den Wohnungen und normale Radios.
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#3
sepp811 schrieb:Ich kann dir zwar deine Detailfragen nicht beantworten, aber vielleicht bringen dich meine zwei Hinweise schon ein bißchen weiter:

1: So einen Kasten siehst du in der Doku "a state of mind" bei 16:15. Der Sprecher erklärt, daß nur die Lautstärke reguliert werden kann. Da nur ein Drehknopf und sonst nichts erkennbar ist wird das wohl auch so sein. Vielleicht nur ein Lautsprecher ohne Empfangsteil.
2: Ein Mitreisender bei meiner Nordkorea-Reise hatte ein Mini-Radio im Bus dabei und konnte damit mehrere UKW-Sender in Pyongyang empfangen.

Meine Vermutung daraus: Es gibt beides, Lautsprecherkästen in den Wohnungen und normale Radios.

Diese sogenannten Lautsprecherkästen sind z. T. noch aus den 60er Jahren und entstammen dem Gedanken, Informationen aller Art in jeden Haushalt zu bringen. Sie wurden damals als technisches Highlight angepriesen und die Menschen waren davon mehr als begeistert, schließlich gab es zu der Zeit weder Fernseher noch Radios.

Es wird gerne behauptet, die Geräte würden 24 Std. am Tag Propaganda verbreiten und sie seien nicht abstellbar. Ich habe mal einen Nordkoreaner gefragt, was es damit auf sich hat und er hat mir folgendes geantwortet: Noch bis heute haben nur die allerwenigsten Haushalte ein Fernsehgerät geschweige ein eigenes Radio, erst recht nicht ausserhalb der Hauptstadt und von daher sind nach wie vor Millionen von Menschen auf diese Art von Rundfunk dringend angewiesen. Es werden dort nicht nur die für die Bauern im ganzen Land lebensnotwendigen Wettervorhersagen bekannt gegeben, es werden auch Informationen zur Lebensmittelverteilung, zu Gesundheit und Erziehung, sowie selbstverständlich auch Nachrichten verbreitet. Das Gerät hat nur einen Knopf, das soll stimmen, aber es läßt sich damit ganz sicher auch ausschalten, was technisch auf die null Reduzierung der Lautstärke bezogen ist, der Einfachheit halber.
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#4
Ich bin auf eine sehr interessante Webseite über Nordkorea gestoßen, wo u.a. auch das Thema "Medien" beleuchtet wird:

http://behindthecurtain.asia

Für Nutzer von Apple-Geräten kann man hier kostenlos ein 1,8GB großes "iBook" herunterladen, welches neben interessanten Fotos auch Video- und Tondokumente beinhaltet. 

Alternativ, wer kein Apple-Gerät besitzt, kann sich den Vortrag hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=v_HXPm-PN1g 

Es wird u.a. auch auf die "Radiokästen" eingegangen und gesagt, dass es keine "normalen" Radioempfänger in Nordkorea gäbe, sondern nur die "Radiokästen", ein Drahtfunk-System. Diese haben Kopfstationen, wo die terrestrische Ausstrahlung (die es ja durchaus gibt, siehe z.B. fmscan.org) empfangen wird und in das Drahtfunksystem eingespeist wird wo es dann mit den "Radiokästen" wiedergegeben wird.
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