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Aufenthalt in Beijing
#1
Wenn man schon den langen Anflug von Deutschland aus in diesen Teil der Welt unternimmt, lohnt es sich auf jeden Fall ein paar Tage in Beijing zu verbringen.
Unterkunft, U-Bahn/Transport, Verpflegung sind hier ausgesprochen günstig, daran sollte es nicht scheitern.

Für eine erste Einstimmung auf Korea:
im Museum für Militärgeschichte (sehr einfach zu erreichen per U-Bahnlinie #1) gibt es eine Abteilung zum Koreakrieg. Nicht zu vergleichen mit dem Museum in Pjongyang, aber da deutsche Touristengruppen den chinesischen Teil im Museum in Pjongyang i.A. nicht zu sehen bekommen, auch lohnenswert.

Ein magischer Anziehungspunkt für Touristen: die Silk Street, eine Ansammlung kleiner Läden, in denen "Volksausgaben" von Markenartikeln angeboten werden.
http://en.wikipedia.org/wiki/Silk_Street
(Auch an der U1)
In Fußgängerentfernung (ca. 15 min in Nord - Nordwestlicher Richtung) von der Silk Street liegt die Nordkoreanische Botschaft. Darum herum hat sich ein "Klein-Pjongyang" etabliert, kleine Geschäfte, die sich auf den Bedarf nordkoreanischer Besucher eingestellt haben, alles koreanisch beschriftet. Athmospärisch interessant.

Und dann ist es natürlich interessant zu sehen, wie sich zwei Länder, die so um 1980 herum noch sehr ähnlich waren, sich so unterschiedlich entwickelt haben.
Z.B. das CBD (Central Business District), dagegen sieht Manhatton alt aus, und es ist auch kein Problem, mal durch einen Stadtteil zu gehen, der (fast) ausschliesslich von "Wanderarbeitern" von außerhalb bewohnt wird, sieht fast aus wie in einem Dorf.

Und eine einsame Wanderung auf dem nicht-restaurierten Teil der großen Mauer ist auch ein Erlebnis, das man sich gönnen sollte (politisch / historisch bewußte Menschen werden dabei überlegen, was es für die Zwangsarbeiter damals bedeutet hat, ohne Maschinen die Mauer in diesem unwegsamen Gebiet zu bauen).

Ich lebe seit 12 Jahren in Beijing, wer Fragen hat, kann sich auch per PM mal bei mir melden.
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#2
Hallo,

zu empfehlen ist auch ein Besuch der "noch" existierenden Hutongs in Beijing. Von denen leider nicht mehr viele kompakt erhalten sind. Einst stellten sie "Das" Satdtbild Pekings dar. Bei einigen hat man leider, sofern man sie nicht ganz abgerissen hat, mit Brachialgewalt neue Straßen durch die schmalen Gassen gebrochen.
Bspw. gibt es im Dongcheng District um den "Bell tower" und dem "Drum tower" noch einige schöne Hutong Viertel. Das quirlige Leben und die vielen Lädchen und Garküchen sind einfach sehenswert. Und wer weiß inwieweit diese noch verändert werden. Nachts herrscht dort auch eine fantastische Glühbirnchenatmosphäre bei der die Fleischspieße, Baodzi oder das Piteou umso besser schmecken.

Was die Große Mauer betrifft finde ich die Teile um Miyun und Mutanyu am schönsten. Badaling ist Touritrouble in Reinform. Auch finden sich dort noch die erwähnten teils unrestaurierten Abschnitte. Aber Vorsicht. Da diese sehr baufällig sind und auch mehr und mehr verfallen ist ein Betreten so eine Sache. Wenn man Pech hat kann man auch mit einer empfindlichen Strafe zur Kasse gebeten werden.

Es gibt ja mittlerweile zigtausend Infos im www zu Beijing. Aber ich finde diese Seite bietet ein paar interessante, ausgesuchte Informationen:

http://www.insidebeijing.de/news.htm
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#3
(12.02.2012, 10:47)Bulungi schrieb: Hallo,

zu empfehlen ist auch ein Besuch der "noch" existierenden Hutongs in Beijing. Von denen leider nicht mehr viele kompakt erhalten sind. Einst stellten sie "Das" Satdtbild Pekings dar. Bei einigen hat man leider, sofern man sie nicht ganz abgerissen hat, mit Brachialgewalt neue Straßen durch die schmalen Gassen gebrochen.
Bspw. gibt es im Dongcheng District um den "Bell tower" und dem "Drum tower" noch einige schöne Hutong Viertel. Das quirlige Leben und die vielen Lädchen und Garküchen sind einfach sehenswert. Und wer weiß inwieweit diese noch verändert werden. Nachts herrscht dort auch eine fantastische Glühbirnchenatmosphäre bei der die Fleischspieße, Baodzi oder das Piteou umso besser schmecken.
Ja, die Gegend fand ich auch toll. Sehr schön zum Spazierengehen, eine schöne Abwechslung zum modernen Peking mit seinem Krach und Gestank.


Eine angenehme Stelle in Peking, die mir auch gefallen hat, ist der wunderschöne Park rechts neben dem Grand View Garden Hotel. Fern der sonstigen Touristen da vor allem morgens durch zu gehen und bei Fächergymnastik, Musik üben, Wasserkalligraphie etc zuzusehen ist recht schön. Viele alte Holzbauwerke mit schönen Malereien.
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#4
In Vietnam herrscht fast überall "Hutong-Flair".

Im Gegensatz zu Peking, ist alles sehr authentisch und nicht so gefakt!
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#5
(12.02.2012, 17:33)jperazor schrieb: In Vietnam herrscht fast überall "Hutong-Flair".

Im Gegensatz zu Peking, ist alles sehr authentisch und nicht so gefakt!

Air Koryo fliegt leider aber ab Peking, nicht ab HCM-City ;-)

Peking ging mir zwar schon oft auf die Nerven und ich bin meistens froh wenn ich wieder weiterkomme, aber ein paar schöne Ecken hats doch. Gefakt finde ich die letzten Hutongs nicht, schade ist es dass man sowohl während der Kulturrevolution und dann vor allem im kapitialistischen Neuzeitwahn wenig davon übrig gelassen hat.
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#6
"kapitalistischer Neuzeitwahn".... bleibt mal ein bisschen auf dem Boden.

Es mag bestimmt Chinesen geben, die so eine Einstellung "neu gut - alt schlecht" haben; jedoch dürfte das nicht die Mehrheit sein. Viele halten ihr kulturelles Erbe sehr wohl für schützenswert.

Wenn Hutongs abgerissen werden, dann ist das erst einmal aus Platzgründen. Beijing ist riesig, und täglich kommen neue Leute an. Schon jetzt ist die Stadt flächenmäßig extrem ausufernd (habe ich zumindest so empfunden). Da ist es wohl verständlich, wenn man einstöckige Häuser für nicht gerade hilfreich hält.

Darüber hinaus: Solche Hutongs sind hübsch anzusehen, keine Frage. Aber Hand aufs Herz: Wer von uns würde in einem einstöckigen Haus wohnen wollen, schlecht isoliert und vielleicht schlecht geheizt, ohne Toilette (nur Gemeinschaftstoilette am Ende der Straße für die komplette Straße!), Schmutz in den Gassen, etc. ..
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#7
Gefakt sind die Hutongs nicht, sondern das drum herum ... Verbotene Stadt mit frischen Anstrich, "Star Trek" Stadion oder die "Parks" die aussehen wie die Landschaft Nagasaki´s nach der Bombe ...
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#8
Die Hofhäuser (Siheyuan) entlang den Hutongs gab und gibt es in verschiedenen Größen und Qualitäten (siehe "Klassengesellschaft"), zu besichtigen ist z.B. das Hofhaus des Schriftstellers Lao She, nordwestlich von der Fußgängerzone Wangfujing, das war schon "gehobener Wohnstil".
Interessant ist es, z.B. vom Trommelturm von oben einen Blick auf die Hutongs zu werfen. Hier sieht man die Geschichte und Problematik. Die Hofhäuser waren meist recht geräumig und hatten einen großen Innenhof. Nach der Befreiung, als Beijing zur Hauptstadt wurde, nahm die Bevölkerung Beijings dramatisch zu. Nach oben und in die Vorstädte bauen wollte und konnte man damals nicht, mit der Konsequenz, das die Höfe in den Hofhäusern vollgebaut wurden. Wo früher eine reiche Familie wohnte, wohnen nun mehrere Normal-Familien. Das schränkte natürlich die Lebensqualität ein, und heute gelten viele Hutongs eher als Armen-Viertel.

Mit dem Abriß der Hutongs geht eine spezifisch Beijinger Kulturgeschichte verloren, das ist schon sehr sehr schade. Städtebaulich gab es, nachdem sich China für Beijing als Hauptstadt entschieden hat, wohl wenig Alternativen.

Der Modernisierung seit den 80ern ist sicher ein Vielfaches von traditioneller Kultur zum Opfer gefallen, als während der Kulturrevolution.
Z.B. die wunderschöne Altstadt von Kunming (Hauptstadt der Provinz Yunnan, an der Grenze zu Vietnam, Laos und Myanmar).
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#9
Wer an der sozialistischen Bewegung auch in ganz anderen Teilen der Welt interessiert ist ...

In Beijing findet noch bis zum 10. Oktober eine Fotoausstellung mit Bildern, die von Che Guevara gemacht wurden statt, organisiert von seinem Sohn Camilo Guevara.

http://www.threeshadows.cn/en/index_en.htm

Unter "Contact Us" steht die Adresse mit einem Kartenausschnitt. Das Studio "Three Shadows" liegt nicht weit vom Lido Hotel, Richtung Flughafen.
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#10
Als wir letztes Jahr unseren All inclusive Urlaub bei billigreisen.de buchen wollten, ist uns auch gleich Peking ins Auge gefallen! Wir sind da im Asia Hotel untergekommen, welches sich in Pekings florierendem Geschäftsviertel, nahe dem Kulturministerium und dem Botschaftsviertel und gegenüber dem Poly-Theater, östlich des Stadions der Pekinger Arbeiter befindet. In nur zehn Gehminuten waren wir am Pekinger Bahnhof und konnten von da aus mit der Metro binnen kürzester Zeit zu der Verbotenen Stadt. Die Eindrücke waren überwältigend und ich würde jederzeit wieder zurück!
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