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Unsere Verpflegung während der Reise
#1
Irgendwie ist das Kulinarische hier nicht so ausgeprägt, habe ich den Eindruck. Postings zu dem Thema verlieren sich meist in anderen Threads.

Hier zunächst ein paar Fotos (@Micha: ja, ich bemühe mich, aber gerade hat es nicht geklappt).

Das erste Abendessen, hier mit dem unschönen Brot als Beilage, was es sonst immer zum Frühstück gibt (man sollte den Reiseunternehmen oder den Hotels empfehlen, den westlichen Toristen auch, zumindest teil- oder wahlweise, das koreanische Frühstück anzubieten. Das für Westler gedachte "continental breakfast" ist sehr un-lecker)

[IMG=http://img16.imageshack.us/img16/424/img1785dq.th.jpg][/IMG]

Der schon erwähnte, leckere Trinkjoghurt aus heimischer Produktion, den wir zweimal zum Frühstück bekamen:

[Bild: img1790tz.th.jpg]

Das wirklich superleckere Abendessen im Ryonggang Spa Hotel:

[Bild: img1979n.th.jpg]

Och, in dem Restaurant

[Bild: img2072i.th.jpg]

habe ich wohl nur die ersten Gänge des Mittagessens geknipst:

[Bild: img2073w.th.jpg]

Häufig zu sehen in Foto- und Video-Serien von anderen DPRK-Reisenden, das Restaurant mit den Gasgrills am Tisch. Wenn ich mich nicht irre, war das das "Duck BBQ" ("Enten-Grill") Restaurant

[Bild: img2126o.th.jpg]

Mittagessen in Kaesong:

[Bild: img2199dp.th.jpg]

Ds war das schon mal erwähnte Bier aus reiner Gerste. An sich gut, nach europäischer Sitte gebraut, aber geschmacklich nicht mein Ding:

[Bild: img2242y.th.jpg]

Noch nicht ganz vollständig, unser Mittagessen in einem laut unserer Reiseleiterin sehr beliebten, weil individuell hergerichteten Restaurant in Wonsan:

[Bild: img2265g.th.jpg]

Das Abendbrot des Tages im Lake Sijung Guesthose ist nicht zu sehen, weil ich das Ambiente für fotowürdiger erachtete. Von meinem Platz aus, hatte ich gleichzeitig Blick auf die Fototapete, die Karaokeausrüstung, die Blinkelämpchen plus patriotische Filme:

[Bild: img23911.th.jpg]

Das war Medizin. Also der frische Knoblauch und die scharfe Bohnenpaste, nicht die deutsche Marmelade:

[Bild: img2322gk.th.jpg]

Die ersten Tage kämpfte ich mit einer von zuhause mitgenommenen Erkältung, die ich mittels Medikamenten gewaltsam zu unterdrücken versuchte. Ganz klappte es nicht. An einem Morgen war ich vollkommen heiser. Diese Mittel wurden mir empfohlen - und sie halfen wirklich. Am späten Vormittag war die Stimme wieder da.

Da war das Angebot der Imbißstände hinter dem Restaurant zu Beginn des Wanderweges zum Kumgang-San. Wir aßen dort aber nur zwei Pfannkuchen (ich ganz konventionell mit Zucker, Alex mit Bohnenpaste):

[Bild: img23991.th.jpg] [Bild: img24001.th.jpg]

Oh, ich habe das spätere Mittagessen in diesem Restaurant leider nicht geknipst. Da grillt man Fleischstreifen auf einem mittels Trockenspiritusbrenner erhitzten Lavastein.

Das Abendessen im -von anderen Reisenden auch schon erwähnten- "Hot Pot Restaurant":

[Bild: img26331.th.jpg]

Das Mittagessen am nächsten Tag gab es an einem populären Grillplatz am Fuße des Aussichtsberges südwestlich von Pjöngjang:

[Bild: img27161.th.jpg]

Das dagegen unspektakuläre Abendessen gab es in einem Restaurant nahe den Pjöngjang Film Studios:

[Bild: img27991.th.jpg]

Mit Karaoke-TV und zwei kurzen Stromausfällen.

Das ebenfalls sehr gute Essen im nordkoreanischen Speisewagen auf der Rückreise.

[Bild: img28181x.th.jpg]

Die nordkoreanische Cola war nicht von uns. Wir haben sie auf der Reise nicht probiert, können dazu also nichts sagen.
Sehenswert war auch die muntere Atmosphäre im (total schrottreifen) Speisewagen. Es war voll, laut, verräuchert, die Kinder tobten, man trank diverse gepflegte Biere (Passagiere, Soldaten, Schaffner, alle miteinander) und spielte Karten, Go oder Domino und rauchte intensiv. Wegen der Soldaten trauten wir uns aber nicht zu fotografieren. Sie werden bei höflichem Fragen wohl nichts dagegengehabt haben, aber wir waren unsicher wegen der bevorstehenden Grenzkontrolle (die dann bei weitem nicht so streng wie befürchtet ablief. Verglichen
mit den DDR-Kontrollen war das sogar eine lockere, entspannte Sache). Außerdem habe ich immer Hemmungen, Leute zu fotografieren, egal wo.
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#2
(11.11.2012, 17:08)K70-Ingo schrieb: Das erste Abendessen, hier mit dem unschönen Brot als Beilage, was es sonst immer zum Frühstück gibt (man sollte den Reiseunternehmen oder den Hotels empfehlen, den westlichen Toristen auch, zumindest teil- oder wahlweise, das koreanische Frühstück anzubieten. Das für Westler gedachte "continental breakfast" ist sehr un-lecker)

Wir als chinesische Reisegruppe hatten koreanisches Frühstück, war voll in Ordnung.

In früheren Reiseberichten hatte ich gelesen, daß westliche Gruppen auch zum Mittag- und Abendessen oft westliches Essen bekommen.
Man sollte am Besten schon bei der Anmeldung sagen, daß man möglichst koreanisches Essen möchte.

Koreaner scheinen sehr besorgt, daß "Westlern" ihr Essen nicht schmecken könnte.
Manchmal ist es erstaunlich, daß sich Nord- und Süd nach soviel Jahren strikter Trennung in einigen Punkten noch so ähnlich sind.
Im Jahr 2000 wahr ich auf einer internationalen Konferenz in Seoul, die Veranstalter hatten für die ganzen Tage nur westliches Essen organisiert. Seltsam. Zum Glück hatte ich noch ein freies Wochenende rangehängt, so daß ich damals meine ersten Erfahrungen mit koreanischer Küche sammeln konnte.
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#3
2 Fragen, Ingo:

Wenn man sich mal einen Tag krank fühlt, ist es dann möglich sich aus den Programm auszuklinken und im Bett/Hotel zu bleiben?

Essen die Reiseleiter/Begleiter bei den Pickniks mit, oder halten sie sich seperat auf?

Danke für die Beantwortung.
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#4
Also ich würde auf jeden Fall versuchen eine größtenteils koreanische Versorgung zu erhalten. Bis jetzt liebe ich jedes asiatische Essen und an das "originale" Essen wurde ich durch bspw. China Town in New York herangeführt. Jedenfalls dürfte das näher dran sein als in Deutschland. In Deutschland ist das meiste ja nur wischi waschi Kram mit einer Würzung wie ein laues Lüftchen, also keine...
Ich habe auf jeden Fall vor noch so manches Land in Asien zu bereisen, wobei Vietnam, Thailand, Indien und Korea (beide) wohl meine estados favoridos wären.
Ich bin in Deutschland schon nie krank und schon gar nicht mit dem Magen, insofern hoffe ich da nicht jedes Produkt einem Hygienetest wie in der Pharmakologie unterwerfen zu müssen. Die Schärfe dürfte die größte Herausforderung sein, aber bis jetzt war das einzig richtig schlimme für mich 'ne Habanero beim Armadillo Egg Lotto. Big Grin
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#5
(12.11.2012, 11:46)Gorbatz schrieb: 2 Fragen, Ingo:

Wenn man sich mal einen Tag krank fühlt, ist es dann möglich sich aus den Programm auszuklinken und im Bett/Hotel zu bleiben?

Essen die Reiseleiter/Begleiter bei den Pickniks mit, oder halten sie sich seperat auf?

Danke für die Beantwortung.

Das erste Problem hatten wir zum Glück nicht, aber das ist schon möglich. Unser Reiseleiter hatte schon ein paar erkrankte Touristen betreut. Bei uns wäre das Problem gewesen, daß wir meist unterwegs waren, zwei Nächte hintereinander an einem Ort waren die Ausnahme.
Als ich meine Stimme verloren hatte, half die besagte Knofi-Bohnenpaste-Mischung. Bis die Medizin wirkte, kommunizierte ich mittels Zettel und Stift. Das ging auch.
Am Tag davor hatte ich Magenprobleme, so daß ich mich bei der zweiten "Muschelei" nicht beteiligt hatte (Fotos und Erklärung folgen) und am folgenden Tag mittag nur wenig und nichts Magenreizendes aß.
Die Probleme hatten aber nicht mit dem Essen zu tun, sondern waren den Erkältungsunterdrücker-Medikamenten à la Grippostad geschuldet, die ich mir die vorherigen Tage, schon zuhause, reingepfiffen hatte. Ich nehme sonst nie Medikamente und reagiere daher empfindlich speziell auf fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel.


Zur zweiten Frage: generell essen Touristen und Reiseleiter getrennt, das ist (noch?) eine der eisernen, von ganz oben erlassenen Bestimmungen. Das Abendessen in dem Enten-Restaurant mit dem Tischgrill war die Ausnahme. Für Picknicks, Grillabende und auch Kneipen- und Karaokebarbesuche gilt die Regel nicht.

Zu der "Muschelei" (ein vom Reiseleiter selbstkreierter Begriff, den ich so gut finde, daß ich ihn in meinen Sprachschatz übernommen habe Smile )

Dies sei eine koreanische Grillspezialität, auch was die -zugegebenermaßen ein weng rustikale- Zubereitung angeht. Die Reiseleiterin als begeisterte Meeresfrüchteliebhaberin überzeugte uns davon, daß wir sowas mitmachen müßten. Zu ihrer großen Freude war der Busfahrer ein begeisterter "Muschelei"-Zubereiter, so daß der Sache nicht im Wege stand.

Version 1, durchgeführt am Strand vor dem Majong Beach Guesthouse (Koreanisches Ostmeer), ohne meine Mitwirkung, weil ich da Bauchweh hatte und dachte, daß Grillmuscheln und Schnaps nicht so bekömmlich sein dürften.

[Bild: img2303e.th.jpg] [Bild: img2304et.th.jpg] [Bild: img2310an.th.jpg]

Ein kleines Grillfeuer wird mittels Benzin entzündet, die Muscheln auf ein Blech gepackt und durchgegrillt. Geöffnet werden sie, wenn sie sich während des Grillens nicht von selbst öffnen, mit einer anderen Muschelschale, oder (als etwas distinguiertere Version) mit einem Speisemesser. Eine Muschelschalenhälfte nimmt man als Löffel.

Generell wird dazu Schnaps getrunken, der 25%ige Klare aus Eicheln oder der 30% "Wodka" (Gänsefüßchen, weil aus Reis und Mais gebrannt und nicht wie das Original aus Kartoffeln).

[Bild: img2308aw.th.jpg]


Version 2, ein wenig kerniger in der Machart. Wir hatten diese beim Ryonggang Hot Spa Hotel.

[Bild: img1973hd.th.jpg] [Bild: img1974p.th.jpg]

Die Muscheln werden auf eine auf einem Betonklotz liegende (Reis-?)Strohmatte gelegt, mit Benzin übergossen(!) und angezündet. Es wird solange Benzin nachgegossen, bis alle Schalen schwarz verrußt sind, wasr heißt, daß die Muscheln "durch" sind. Gegessen wird wie gehabt, mit einer Schalenhälfte als Öffner und Löffel. Auch wenn ds Benzin verbrannt ist, verbleibt doch ein gewisser sprittiger Nachgeschmack. Aber da wir mit genug Schnappes nachgespült haben, hatte niemand Folgen zu beklagen. Gut, die Reiseleiterin wurde ein wenig krank. Aber das lag daran, daß es ihr erster Alkoholgenuß nach 3 Jahren war. Während Schwangerschaft und Stillzeit hatte sie überhaupt nichts getrunken und ohnehin keine Zeit für Parties und Kneipenbesuche gehabt.


@Gorbatz: nochmal zu deiner zweiten Frage: bei den wenigen gemeinsamen Mahlzeiten, außer den beiden Muscheleien, mochte der Busfahrer nie dabei sein. Er setzte sich lieber mit seinen Kollegen oder alleine abseits zum Essen. Die Reiseleiter sagten, daß er sich unwohl fühle, weil er keiner Fremdsprache mächtig sei. Auch sie konnten ihn nicht überzeugen, daß das niemanden von uns stören würde.

(11.11.2012, 18:07)Blauer Apfel schrieb: Koreaner scheinen sehr besorgt, daß "Westlern" ihr Essen nicht schmecken könnte.
Manchmal ist es erstaunlich, daß sich Nord- und Süd nach soviel Jahren strikter Trennung in einigen Punkten noch so ähnlich sind.

Diese Sorgen sind unberechtigt, da man ja eigentlich andere Länder bereist, um neue Erfahrungen zu machen. Zumal die Touristenkategorie, die überall alles wie zuhause haben muß, üblicherweise nicht nach Asien und erst recht nicht nach Korea, egal, ob Nord- oder Süd-, reist.
(Laut unserem Reiseleiter seien Italiener in der Hinsicht am anstrengensten. Die müßten immer Pizza oder Pasta haben).

Außerdem: das kann/wird meistens ohnehin schiefgehen, weil man es nicht so hinkriegt, wie es die Fremden von zuhause gewohnt sind.
Pommes, Bratkartoffeln (je einmal bei einem Mittagessen) und die Wurst (einmal zu einem Frühstück gereicht) waren auch nichts, also nichts, was dem deutschen Standardgeschmack nahe kommt.
Nett gemeint, aber bei so einer Idee kann man nur verlieren.
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#6
(12.11.2012, 11:46)Gorbatz schrieb: Wenn man sich mal einen Tag krank fühlt, ist es dann möglich sich aus den Programm auszuklinken und im Bett/Hotel zu bleiben?
Bei uns kam das mehrfach vor, dass einzelne Mitreisende im Hotel blieben. Ich war allerdings als Gruppenreise dort und wir hatten teilweise noch einen dritten Begleiter, der dann mit im Hotel blieb. Er hat dann regelmäßig bei denen im Zimmer angerufen und gefragt, ob es ihnen gut geht.
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