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Korea: Verbrechen im vergessenen Krieg
#43
Hier geht eine Menge durcheinander, (Land-)besitz und -verfügung sowie Produktionsweise sind sehr unterschiedliche Dinge.
Ich kann das nur aus chinesischer Sicht sagen, vermute aber, daß es in Korea ähnlich ist/war.
Nach der Revolution wurden die Feudalherren (Großgrundbesitzer, die oft Herren über Leben und Tod der landlosen Bauern waren) enteignet, der Grund und Boden wurde Staatseigentum.
Das Land wurde dann den Bauern kostenlos zur Bebauung überlassen, meist (wenn die Bodenqualität in einem Dorf einheitlich war) einfach Fläche pro Kopf.
Ab Mitte/Ende der 50er Jahre wurden kollektive Produktionsweisen gefördert. Die Bauern gingen z.B. Bewässerungsprojekte gemeinsam an (dies war denke ich anders als in Osteuropa, die Bauern bzw. die Dörfer waren beim Aufbau der Infrastruktur weitgehend auf sich alleine gestellt, das wurde nicht zentral vom Staat organisiert).
Grundsätzlich hat eine kollektive Produktionsweise Vorteile, bei den kleinen Parzellen chinesischer Bauern, lohnt es sich nicht, bzw. ist es nicht möglich, daß jeder Bauer eigene Maschinen anschafft.
In den 60er Jahren wurden dann die Volkskommunen gegründet, zum Teil mehrere 10000 Bauern sollten sich selbst verwalten, Maschinen waren Gemeinschaftseigentum (nicht Staatseigentum!), die Kommunen waren für Kranken- und Altenversorgung, Schulen etc. zuständig. In vielen Fällen überforderte die Organisation der Kommunen die Bauern, die meisten hatten in ihrer Jugend ja nie eine Schule besucht, der "bürokratische Overhead" stieg, die Effektivität sank.
Seit Ende der 70er Jahren arbeiten die chinesischen Bauern wieder privatwirtschaftlich, auf eigene Rechnung (aber auf Staatsland!), mit dem Nachteil, daß Kranken- und Altenversorgung wieder zur Familienangelegenheit wurde.
Erst in den letzten Jahren wurde das chinesische Sozialversicherungssystem auch auf die Bauern ausgedehnt, allerdings ist bisher nur eine Basisversorgung gewährleistet.
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RE: Korea: Verbrechen im vergessenen Krieg - von Blauer Apfel - 10.05.2012, 01:32

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