20.05.2012, 14:16
Den Artikel zum 100. Geburtstag in der Roten Fahne habe ich mir nun auch durchgelesen. Ich finde es gut, dass sich die KPD um Kontakte zu Korea und Koreaner bemüht und auch versucht etwas Information zu Nordkorea und seiner Führung zu verbreiten.
Den Artikel zum 100.Geburtstag von Kim Il Sung hat gezeichnetermaßen nicht ein einzelner Autor, sondern ein ganzes Autorenkollektiv (die "Ideologische Kommission des ZK der KPD") verfaßt, was die Gefahr "viele Köche verderben den Brei", in sich birgt.
Ich möchte dem Autorenkollektiv eine Art "feed-back" bieten und einige Denkanstösse für weitere Publikationen zu Korea, seiner Politik und Geschichte liefern:
1. Koreanisch ist für uns eine schwierige Sprache. Offenbar auch für das Autorenkollektiv. Gleich zu Beginn des 2. Absatzes will man dem Leser das politische Selbstverständnis Nord-Koreas, die "Dschuadudschong" (sic!) erklären.
Ui, was für eine Verballhornung! Als ob Koreaner anstelle von Deutschland über ein Dutscheland diskutieren würden ...
Das Wort heißt: 자주성 (kor., bzw. 自主性 auf chinesisch) und wird im Deutschen wie "Dscha-Dschu-Song" ausgesprochen! und bedeutet generell Selbstbestimmung, nicht aber - wie im Artikel behauptet: "herbeizuführende Homogenität der Volksmassen" oder "Selbstliebe des koreanischen Volkes"! (welch romantischer Deutungsversuch ...)
Auch hier im Forum wurde schon darüber gerätselt, was nun die Schöpfer der Juche-Ideologie (Kim1 und Kim2) unter Dscha-dschu-song eigentlich verstanden, doch nicht einmal Genossen von Juche-Studiengruppen vermögen diesen Begriff genau zu deuten:
siehe z.B.: http://www.nordkorea-info.de/forum/thread-504.html
2. Wie unterschiedlich wohl in Nordkorea die Denkweise zwischen dem Führer und dem Volk sein mag ?
In etwa der Mitte der 1.Spalte meint das Autorenkollektiv zu wissen, dass das nordkoreanische Volk den Führer deshalb verehrt, weil das Volk dem Führer all jene Eigenschaften zuschreibt, über die das Volk selber verfügt?! (das Volk verehrt sich quasi selber?)
Kim Jong Il dagegen sieht in seinen Werken einen riesengroßen Unterschied in den Eigenschaften von Führer und Geführten im Juche-Nordkorea:
Der Führer sei das Hirn, die Partei das Herz als Motor, und das Volk - quasi als Gliedmaßen - die abhängigen Ausführenden > nur bei dieser hierarchischen Verständnis würde die sozialistische Revolution in Korea den richtigen Verlauf entlang der Juche-Ideologie nehmen ...
3. Weiter unten in der 1. Spalte:
Anstelle "am 10. Oktober gründete sich die kommunistische Partei Koreas" müßte es heißen: am 10. (oder 13.) Oktober wurde das Nordkoreabüro des kommunistischen Partei Koreas gegründet; denn, technisch gesehen war das Nordkoreabüro in Pyongyang nur eine Unterabteilung der schon vorher gegründeten kommunistischen Partei (Gesamt-)Koreas mit der Zentrale in Seoul unter Park Hon-Yong.
Erster Leiter des Nordkoreabüros der KP Koreas war übrigens nicht Kim Il Sung, sondern ein gewisser Kim Yong-Bom; Kim Il-Sung übernahm erst zwei Monate später das Ruder ...
4. zum Beginn und Ende des Koreakriegs:
über den Beginn des Koreakriegs gibt es ja geteilte Meinungen, aber origenell finde ich die Beschreibung des Ausgangs des Koreakriegs, wo nüchtern festgehalten wird, dass die USA den Krieg nicht siegreich beendeten ... (über das Abschneiden Nordkoreas wird kein Wort verloren ... ein großartiger Gedankenzug!)
5. in der oberen Hälfte der 2. Spalte wird erwähnt, dass Kim Il-Sung irgendwann später auch Staatspräsident der DVRK wurde. Als Frage nur so nebenbei: wer waren die Staatspräsidenten Nordkoreas vor ihm ?
LG, Kuwolsan
Den Artikel zum 100.Geburtstag von Kim Il Sung hat gezeichnetermaßen nicht ein einzelner Autor, sondern ein ganzes Autorenkollektiv (die "Ideologische Kommission des ZK der KPD") verfaßt, was die Gefahr "viele Köche verderben den Brei", in sich birgt.
Ich möchte dem Autorenkollektiv eine Art "feed-back" bieten und einige Denkanstösse für weitere Publikationen zu Korea, seiner Politik und Geschichte liefern:
1. Koreanisch ist für uns eine schwierige Sprache. Offenbar auch für das Autorenkollektiv. Gleich zu Beginn des 2. Absatzes will man dem Leser das politische Selbstverständnis Nord-Koreas, die "Dschuadudschong" (sic!) erklären.
Ui, was für eine Verballhornung! Als ob Koreaner anstelle von Deutschland über ein Dutscheland diskutieren würden ...
Das Wort heißt: 자주성 (kor., bzw. 自主性 auf chinesisch) und wird im Deutschen wie "Dscha-Dschu-Song" ausgesprochen! und bedeutet generell Selbstbestimmung, nicht aber - wie im Artikel behauptet: "herbeizuführende Homogenität der Volksmassen" oder "Selbstliebe des koreanischen Volkes"! (welch romantischer Deutungsversuch ...)
Auch hier im Forum wurde schon darüber gerätselt, was nun die Schöpfer der Juche-Ideologie (Kim1 und Kim2) unter Dscha-dschu-song eigentlich verstanden, doch nicht einmal Genossen von Juche-Studiengruppen vermögen diesen Begriff genau zu deuten:
siehe z.B.: http://www.nordkorea-info.de/forum/thread-504.html
2. Wie unterschiedlich wohl in Nordkorea die Denkweise zwischen dem Führer und dem Volk sein mag ?
In etwa der Mitte der 1.Spalte meint das Autorenkollektiv zu wissen, dass das nordkoreanische Volk den Führer deshalb verehrt, weil das Volk dem Führer all jene Eigenschaften zuschreibt, über die das Volk selber verfügt?! (das Volk verehrt sich quasi selber?)
Kim Jong Il dagegen sieht in seinen Werken einen riesengroßen Unterschied in den Eigenschaften von Führer und Geführten im Juche-Nordkorea:
Der Führer sei das Hirn, die Partei das Herz als Motor, und das Volk - quasi als Gliedmaßen - die abhängigen Ausführenden > nur bei dieser hierarchischen Verständnis würde die sozialistische Revolution in Korea den richtigen Verlauf entlang der Juche-Ideologie nehmen ...
3. Weiter unten in der 1. Spalte:
Anstelle "am 10. Oktober gründete sich die kommunistische Partei Koreas" müßte es heißen: am 10. (oder 13.) Oktober wurde das Nordkoreabüro des kommunistischen Partei Koreas gegründet; denn, technisch gesehen war das Nordkoreabüro in Pyongyang nur eine Unterabteilung der schon vorher gegründeten kommunistischen Partei (Gesamt-)Koreas mit der Zentrale in Seoul unter Park Hon-Yong.
Erster Leiter des Nordkoreabüros der KP Koreas war übrigens nicht Kim Il Sung, sondern ein gewisser Kim Yong-Bom; Kim Il-Sung übernahm erst zwei Monate später das Ruder ...
4. zum Beginn und Ende des Koreakriegs:
über den Beginn des Koreakriegs gibt es ja geteilte Meinungen, aber origenell finde ich die Beschreibung des Ausgangs des Koreakriegs, wo nüchtern festgehalten wird, dass die USA den Krieg nicht siegreich beendeten ... (über das Abschneiden Nordkoreas wird kein Wort verloren ... ein großartiger Gedankenzug!)
5. in der oberen Hälfte der 2. Spalte wird erwähnt, dass Kim Il-Sung irgendwann später auch Staatspräsident der DVRK wurde. Als Frage nur so nebenbei: wer waren die Staatspräsidenten Nordkoreas vor ihm ?
LG, Kuwolsan
