(09.05.2012, 18:27)ml91 schrieb: Ich denke er hat aufjedenfall aus der Geschichte gelernt, dass (auch) die sozialistische Gesellschaft nicht erstarren darf, sondern sich immer auch Entwicklungen vollziehen müssen. DIe Frage ist, in welche Richtung er Veränderungen vollziehen will - will er Veränderungen im Sozialismus oder will er eine Art "chinesischen Weg". Allerdings meine ich bei der Stimme Koreas und anderen Medien wieder öfters vom Sozialismus zu hören bzw. wieder öfters dort die Internationale zu hören. Vielleicht täusche ich mich aber auch nur, habe keine Statistiken gemacht ;-)
Ich stehe dem Sozialismus durchaus kritisch gegenüber, aber "der chinesische Weg" ist nicht zu beschreiten. Die Menschen des neuen China haben keine Ideale mehr, außer wirtschaftlich besser zu sein als der Westen.
Ich gehe keinesfalls davon aus, das Kim Jong Un sich vom Sozialismus abwenden wird. Ich traue ihm zu, einen Wandel herbeizuführen, allerdings einen Wandel innerhalb des Sozialismus. Zwar hat Sozialismus und Planwirtschaft in der Welt noch nie so richtig funktioniert, aber das lag daran, dass die besitimmenden Personen das Staatswohl zu oft hintan gestellt haben und falsche Entscheidungen getroffen haben, nicht am System im Allgemeinen.
In Nordkorea scheint das Volk jedenfalls noch an den Sozialismus zu glauben, was ein Unterschied ist zu allen anderen (untergegangenen) sozialistischen Staaten.
Allerdings machen Menschen nun einmal Fehler, und in einer Planwirtschaft haben individuelle Fehler weitreichendere Folgen als anderswo.
Sollte Kim Jong Un tatsächlich für einen Wandel sorgen, heißt dies nicht, dass er auch die richtigen Entscheidungen trifft.

