(13.01.2012, 11:19)klaus schrieb: Natuerlich. Aber guck mal: die DDR hat meines Wissens (man moege mich korrigieren), nie eine Wiedervereinigung mit dem Westen angestrebt. Bei uns war es der Westen, der diese angestrebt hat. Von daher konnte man im Westen relaxt sein, aus dem Osten drohte danhingehend keine "Gefahr", dass der Osten den Westen schluckt. Daher erachtete man es als nicht gefaehrlich, wenn die Menschen DDR-Fernsehen konsumierten und dort mit Parolen und Gedankengut aus dem Osten konfrontiert wurden.ähh.... wie alt bist du? Wenn du jünger als 30 bist, dann ist deine Haltung vielleicht erklärlich. Wenn älter, dann müsste es dir in deiner Jugend doch irgendwann einmal zu Ohren gekommen sein, dass von der Sowjetunion und den anderen Ostblockstaaten eine groß militärische Gefahr ausging (oder zumindest befürchtet wurde). Und selbstverständlich wollte die Sowjetunion zumindest unter Stalin (aber, soweit ich informiert bin, auch noch danach) sich ganz Deutschland einverleiben.
Welcher der beiden deutschen Staaten wie stark an einer Wiedervereinigung interessiert war, darüber streiten sich die politischen Richtungen. Die linken Kräfte nehmen für sich in Anspruch, dass das Bestreben nach einer Wiedervereinigung Deutschlands nur von der DDR ausgegangen sei. Die "rechten" halten dagegen. Ich als "Wessi" kann aus eigener Anschauung sagen, dass es vor allem ein Generatioenunterschied war. Viele Ältere (Helmut Kohl war immer ein Beispiel) sehnten sich nach der deutschen Wiedervereinigung. Für viele Jüngere war die DDR einfach ein anderer deutsch sprechender Staat, wie etwa Österreich.
Was du über Nordkorea geschrieben hast, dürfte wohl stimmen. Wie es im Süden aussieht, weiß ich nicht genau. Dort dürfte es wohl ännlich sein, wie damals in Deutschland: Im Prinzip wünscht man sich die Wiedervereinigung, ABER man ist sich auch der enormen Schockwellen und wirtschaftlichen Konsequenzen klar.
