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Reportage des schweizer TV´s
#6
Ja bulungi, genau so habe ich die Reportage auch empfunden.

Es scheint bei uns auch Denkverbote zu geben, obwohl man genau das dort kritisiert. Ein Denkverbot in unseren Medien ist, die positiven Dinge Nordkoreas klar anzusprechen und sie als positiv zu bezeichnen. Das mittlerweile viel Englisch gelernt wird, dass sich die Versorgung trotz herrschender Probleme bessert, sowas wie der Vergnügungspark, die Bemühungen die Fabriken wieder zum Laufen zu bringen, die neuen Bauprojekte, etc... Dass es z. B. nach Kohle riecht von den Fabriken, zeigt ja auch z. B. dass der Zusammenbruch während der Zeit des Schweren Marsches langsam aber sicher überwunden wird. In Sinuiju konnte ich noch viel Stillstand bei den Fabriken sehen, in Hamhung qualmt es wieder im Gegensatz zu den Bildern die man etwa bei "Alltag unterm roten Stern" sieht.
Auch die Toten der Hungersnot werden vom Moderator vor der Doku angesprochen, es wird nicht erwähnt dass dies in Nordkorea offen von den Guides gesagt wird und es wird verschwiegen dass dies Vergangenheit ist. Das Thema des "Schweren Marsches" ist nichts Geheimes, es wird dazu gemacht im Westen und als andauerndes Problem präsentiert, das ist falsch. Jeder der mal in den abgelegenen Regionen des Landes unterwegs war sieht das. Wegen dieser Bericht hab ich mir schon oft die Kinder auf der Straße oder am Strand oder die Bauern genau angeschaut, Mangel und Probleme ja, verhungende Menschen gibts schon lang nicht mehr.
Du sprichst die Altstädte an, das finde ich in Nordkorea eher schade dass durch den Krieg so wenig erhalten ist, ich finde es interessant zumindest in Kaesong einen Blick ins alte Korea zu kriegen. Aber genau durch solche blöden Kommentare wie in dem Bericht wird es den Reisenden schwer gemacht, weil die Koreaner es nicht zeigen wollen, weil die Bilder bei uns wieder mißbraucht werden. Ich finde auch am Ochsenkarren nichts Schlimmes, man weiß sich trotz Energieprobleme zu helfen, das finde ich an den Koreanern immer wieder bewundernswert, bei uns schreiben die Leute Beschwerdebriefe wenn sie mal bei nem Gewitter eine Stunde nicht TV schauen können wegen Stromausfall. Aus allem das Beste zu machen ist eins der Dinge die mich dort immer wieder beeindrucken. Was mich auch gestört hat, ist dass man sich krampfhaft bemüht hat, das Vorurteil der grimmigen/ausdruckslosen Gesichter zu dokumentieren, ich bin mir sicher dass das Team wie jeder andere genug vom Gegenteil erlebt hat; dies hat jperazor auch nach seiner Reise deutlich erwähnt. Man kann mit den Guides viel Spaß haben wenn man mal gelernt hat mit ihnen umzugehen. Ich denke oft an die Bauern am Paektusan im Herbst an denen wir vorbei gefahren sind, es gab keinerlei Maschinen, alles sicher harte Knochenarbeit aber wir fuhren am Abend an den Kartoffelfeuern vorbei mit fröhlichen Menschen die sich unterhielten und Lieder sangen und frische Kartoffeln grillten, das gab mir stark zu denken, da wird in dieser Doku genau wie in den anderen vieles falsch dargestellt, man WILL Armut oder Ausbeutung zeigen, wenn man keine findet schneidet man was zusammen. Oder die Holzfäller bei der Aprilreise am Peaktu die uns den Bus schieben halfen, am Anfang schauten sie recht verängstigt, wahrscheinlich haben sie auch noch nie Ausländer gesehen, am Schluß lächelten sie und winkten so lange sie uns sehen konnten. Ich habe immer ein sehr freundliches Nordkorea erlebt und oft auch ein fröhliches, auch bei solchen Begegnungen die ganz sicher nicht gestellt waren, im Gegenteil war der steckengebliebene Bus den Guides furchbar peinlich, aber diese einfachen Bauern und Waldarbeiter haben ein eindringliches positives Bild bei mir hinterlassen.

Grundsätzlich ist die Doku aber weniger schlimm, hier konnte Herr Lüthi wohl noch einiges verhindern, er scheint das Land wirklich zu mögen und versucht es sachlich zu sehen mit seinen Licht- und Schattenseiten, er legt im Chat ja auch ausdrücklich wert auf die positiven Eigenschaften z. B. des Systems; hoffentlich hat er sich da nicht was verbaut für seine Reisearbeit mit dem TV-Team dabei. Tourismus ist wichtig, jeder der dort war sieht das Land nachher positiver und findet in jeder "Doku" mehr oder weniger Blödsinn ohne gleich ein Anhänger des Sozialismus, der Führer-Verehrung etc zu werden. Aber es stimmt einfach, einmal selber sehen ist besser als hundertmal hören oder im TV vorgesetzt zu kriegen.
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RE: Reportage des schweizer TV´s - von Bulungi - 25.06.2011, 12:59
RE: Reportage des schweizer TV´s - von Lisine - 25.06.2011, 16:43
RE: Reportage des schweizer TV´s - von Martin - 25.06.2011, 17:08
RE: Reportage des schweizer TV´s - von sepp811 - 25.06.2011, 17:16
RE: Reportage des schweizer TV´s - von Bulungi - 25.06.2011, 18:04
RE: Reportage des schweizer TV´s - von domako - 26.06.2011, 22:49
RE: Reportage des schweizer TV´s - von Lisine - 30.06.2011, 14:40
RE: Reportage des schweizer TV´s - von Lisine - 06.07.2011, 06:08

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