11.04.2013, 14:00
Die Welt rätselt: Was nur will Kim Jong Un? Aufschluss gibt eine vergleichsweise rationale Rede… . Darin macht er klar, wie er sich die Zukunft Nordkoreas vorstellt: Mehr Atombomben zur Abschreckung – und die… Wirtschaft soll modernisiert werden.
(…) Vor dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei hat der junge Kim Ende März einen Bericht abgeliefert und eine Abschlussrede gehalten, die Nordkoreas KP-Organ „Rodong Sinmun“ („Zeitung der Arbeiter“) jetzt in Teilen veröffentlichte.
Beides strotzt zwar vor Selbstbewusstsein und revolutionärem Wortgeklingel. Doch im Vergleich zu den Drohungen der vergangenen Tage wirken die Sätze nüchtern und rational. Vor allem gewähren sie Einblicke in die Gedankenwelt der… Führungsriege in Pjöngjang.
(…) Vor dem Zentralkomitee der Arbeiterpartei hat der junge Kim Ende März einen Bericht abgeliefert und eine Abschlussrede gehalten, die Nordkoreas KP-Organ „Rodong Sinmun“ („Zeitung der Arbeiter“) jetzt in Teilen veröffentlichte.
Beides strotzt zwar vor Selbstbewusstsein und revolutionärem Wortgeklingel. Doch im Vergleich zu den Drohungen der vergangenen Tage wirken die Sätze nüchtern und rational. Vor allem gewähren sie Einblicke in die Gedankenwelt der… Führungsriege in Pjöngjang.
Mehr atomare Abschreckung
Die wichtigste Botschaft: Wir lassen uns unsere Atombombe nicht wegverhandeln, denn sie ist die Garantie für unser Überleben und unseren Machterhalt. Denn bislang habe ein Nuklearstaat niemals „eine militärische Aggression erlitten“.
Seine Parteigenossen sollten nur auf den Balkan und in den Nahen Osten schauen, forderte Kim laut „Rodong Sinmun“. Dort hätten einige Staaten ihre Hoffnungen auf Großmächte gesetzt, ihre „Selbstverteidigungskräfte“ vernachlässigt – und seien schließlich „Beute imperialistischer Aggression“ geworden.
Also, folgert Kim: Nordkorea müsse die atomare Abschreckung noch verschärfen – mit „mehr Trägerraketen“ für mehr Atombomben. Die sollen „präziser und kleiner“ sein als die bisherigen. (…) Die Atombomben verschafften Nordkorea Luft, sich auf die Wirtschaft zu konzentrieren, und die Möglichkeit, Geld bei konventionellen Truppen einzusparen, erklärte Kim seinen Zuhörern. Denn, so seine zweite Botschaft auf dem Plenum des Zentralkomitees: Zeitgleich mit der Entwicklung der Nuklearindustrie müsse die Partei die Wirtschaft auf Vordermann bringen.
Originalton Kim: „Heute ist unser Land ein hundertprozentiger Nuklearstaat, so dass wir auf der Basis der Atomabschreckung die günstigen Bedingungen geschaffen haben, alle Mittel und Kräfte in den wirtschaftlichen Aufbau und die Verbesserung der Lebensverhältnisse stecken zu können.“
Seine Parteigenossen sollten nur auf den Balkan und in den Nahen Osten schauen, forderte Kim laut „Rodong Sinmun“. Dort hätten einige Staaten ihre Hoffnungen auf Großmächte gesetzt, ihre „Selbstverteidigungskräfte“ vernachlässigt – und seien schließlich „Beute imperialistischer Aggression“ geworden.
Also, folgert Kim: Nordkorea müsse die atomare Abschreckung noch verschärfen – mit „mehr Trägerraketen“ für mehr Atombomben. Die sollen „präziser und kleiner“ sein als die bisherigen. (…) Die Atombomben verschafften Nordkorea Luft, sich auf die Wirtschaft zu konzentrieren, und die Möglichkeit, Geld bei konventionellen Truppen einzusparen, erklärte Kim seinen Zuhörern. Denn, so seine zweite Botschaft auf dem Plenum des Zentralkomitees: Zeitgleich mit der Entwicklung der Nuklearindustrie müsse die Partei die Wirtschaft auf Vordermann bringen.
Originalton Kim: „Heute ist unser Land ein hundertprozentiger Nuklearstaat, so dass wir auf der Basis der Atomabschreckung die günstigen Bedingungen geschaffen haben, alle Mittel und Kräfte in den wirtschaftlichen Aufbau und die Verbesserung der Lebensverhältnisse stecken zu können.“
Keine wirtschaftlichen Reformen nach dem Vorbild Chinas
(…) Nordkoreas… Ökonomie dürfe nur unter dem Mantel des „sozialistischen Eigentums“ funktionieren, sagt er. Aber, immerhin: Wie die Chinesen spricht Kim häufig von „Wissenschaft und Technologie“, mit deren Hilfe er Fabriken und Unternehmen „modernisieren“ will.
Im Klartext: Sie sollen mehr Computer erhalten und etwas selbständiger werden – stets unter der „Führung des Staates und der Massen“… . Diese Führung könne allerdings verbessert werden, befindet Kim. Etwa so: Alle Betriebe sollten fortan „ihre Geschäftsaktivitäten unabhängig und kreativ gestalten“.
Wie selbständig Nordkoreas Unternehmen fortan entscheiden dürfen, ist indes nicht klar. Kim glaubt jedoch zu wissen: Dank seiner Doppelstrategie werde Nordkorea am Ende ein „wirtschaftlicher Gigant“ sein, „frei von ’Sanktionen‘ und Blockaden feindlicher Kräfte“.
Auf dem Weg dahin, gibt Kim zu, existierten allerdings „Engpässe und Schwierigkeiten“, etwa Stromausfälle. Aber die seien zu überwinden, nicht zuletzt durch seine weise Führung. (…)
Im Klartext: Sie sollen mehr Computer erhalten und etwas selbständiger werden – stets unter der „Führung des Staates und der Massen“… . Diese Führung könne allerdings verbessert werden, befindet Kim. Etwa so: Alle Betriebe sollten fortan „ihre Geschäftsaktivitäten unabhängig und kreativ gestalten“.
Wie selbständig Nordkoreas Unternehmen fortan entscheiden dürfen, ist indes nicht klar. Kim glaubt jedoch zu wissen: Dank seiner Doppelstrategie werde Nordkorea am Ende ein „wirtschaftlicher Gigant“ sein, „frei von ’Sanktionen‘ und Blockaden feindlicher Kräfte“.
Auf dem Weg dahin, gibt Kim zu, existierten allerdings „Engpässe und Schwierigkeiten“, etwa Stromausfälle. Aber die seien zu überwinden, nicht zuletzt durch seine weise Führung. (…)
