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Nordkorea: Engagiert gegen Hepatitis und Tuberkulose
#15
Ja, NGO, ich verstehe Deine Haltung und Du hast nach humanitären Gesichtspunkten sicher recht.
Wenn ich jedoch entscheiden muss, an wen mein begrenztes Spendenaufkommen geht, unterstütze ich liber die Menschen, die vor unmenschlichen Bedingungen in ihren Staaten flüchten und/oder in Verhältnissen leben, in denen staatliche Fürsorge nicht möglich ist und nicht vor allem deshalb unterbleibt, weil dem versorgenden Staat alles mögliche wichtiger ist als die notwendige Versorgung der Bevölkerung. Es gibt Millionen Menschen auf der Welt, die nicht von eigentlich funktions-und leistungsfähigen Staatstruturen umgeben sind und denen sonst überhaupt keiner helfen könnte. Das gleiche gilt für den Tier- und Naturschutz.

Warum also sollte ich meine Spende in ein Land geben, welches dadurch Aufwendungen erspart, die es lieber für das Errichten eines Drohpotentials gegen mein Gesellschaftssystem einsetzt? Warum sollte ich gerade diesen Staat im Bestand seiner momentanen Ausrichtung und Handlungsweise dadurch stärken, ihm seine Aufwendungen für die normale Daseinsvorsorge seiner willfährigen Bürger abzunehmen? Vielleicht können und sollten das die westlichen Saaten aus politischen Gründen friedlicher Koexistenz ganz offiziell tun, ich als Privatmann möchte es nicht.

Letztlich ist das für mich nicht eine Diskussion um das Recht auf existenzielle Hilfen, sondern eine Frage der Priorität bei der Verteilung von Spenden. Das dabei nicht der nordkoreanische Staat direkt finanziert wird, sondern direkt und nur durch Sachleistungen alleine die hilfsbedürftige Bevölkerung, halte ich sowieso für selbsverständlich.

Genau so selbstverständlich weil selbsterklärend ist wieder einmal die Mär vom tollen Gesundheitswesen Nordkoreas gestorben- auch da hast Du recht, NGO. Denn natürlich funktioniert dies für die breite Masse der Bevölkerung mitnichten, quod erat demonstrandum.

Aber das Offensichtliche wird ja gerne zugunsten der Verteidigung einer Ideologie nicht zugegeben. Ein weiterer Grund, nicht gerade für Nordkorea zu spenden. Denn dank westlichem Geld kann dann wieder über die tollen Errungenschaften Nordkoreas fabuliert werden und alles ist ganz wunderbar in der DVRK nach dem Motto "weiter so".

Von daher kann ich die humanitäre Haltung der Spender für Nordkorea zwar verstehen, teile sie aber für meine persönlichen Aktivitäten nicht.
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RE: Nordkorea: Engagiert gegen Hepatitis und Tuberkulose - von Leser - 03.12.2012, 12:32
RE: Nordkorea: Engagiert gegen Hepatitis und Tuberkulose - von 班德 菲舍 - 04.12.2012, 20:42

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