05.09.2012, 01:55
(04.09.2012, 14:29)NGO schrieb: Allerdings halte ich das, was die Presse in ihrer Einleitung schreibt nicht wirklich für ein Vorurteil. So wie sich Nordkorea dem Besucher zeigt (Ich war bisher einmal da und empfand das so!), wie es sich in der Außendarstellung präsentiert und wie es die Atomfrage zum Gegenstand in der Diskussion um die Lieferung von Hilfsleistungen macht, braucht sich Nordkorea nicht wundern, wenn es so gesehen wird.
Wenn ich die Interviewte wäre, würde ich mich über den Beitrag in "Die Presse" unglaublich ärgern.
Durch den Vorspann, durch Wortwahl wie "bizarre Bilder", "Jubelvolk" und durch nicht belegte Aussagen wie "Industrie und Landwirtschaft sind zerrüttet" wird dem Interview von Frau Janz ein ganz andere, tendenziöse Richtung gegeben.
Mach einfach mal einen Versuch: lies alleine das Interview, ohne Vorspann, und dann den kompletten Text. Die Wirkung ist eine völlig andere.
Der Sinn eines Interviews ist es, den Interviewten reden zu lassen, zuzuhören, vom Interviewten Fakten zu erfahren.
"Die Presse" fragt Fr. Janz überhaupt nicht "wie ist die Entwicklung der Industrie in Nordkorea", "was halten die Nordkoreaner von den Paraden". Der Vorspann steht in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Interview.
Bei einem Interview kann es notwendig sein, Tatsachen richtig zu stellen oder in den richtigen Zusammenhang zu stellen, wenn der Interviewte extreme Meinungen abgibt, aber das ist bei Fr. Janz in keinster Weise der Fall.
Ein solcher Vorspann wie in "Die Presse" ist meinungsmachend, manipulativ. Das ist sehr schlechter journalistischer Stil.
