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Normale Version: Kaesong bald UNESCO-Weltkulturerbe ?
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Die "Chosun Ilbo" informiert, dass sich Nordkorea um die Aufnahme der historischen Anlagen und Gebäude rund um Kaesong in die UNESCO-Weltkulturerbeliste bemüht:

N.Korea's Kaesong Pushes for UNESCO Heritage Status
North Korea has applied to get the southern border town of Kaesong listed as a UNESCO World Heritage Site, according to documents the UNESCO World Heritage Centre submitted to the 36th session of the World Heritage Committee in St. Petersburg, Russia on Sunday.
The North first applied to have Kaesong listed as a World Heritage Site last year but failed due to a lack of corroborating documents.
South Korea's Cultural Heritage Administration said the International Council on Monuments and Sites, which advises UNESCO, will conduct an on-site survey of Kaesong by October. Based on its evaluation, the 37th session of the World Heritage Committee in June next year decides whether to list the city.
Das wäre eine wunderbare Sache. Es würde die Annäherungen sehr vorantreiben und den int. Status der DVRK weiter verbessern. Kaesong mit seiner gut erhaltenen, traditionell, koreanischen Altstadt in seiner kompakten Form, ist ein idealer Kandidat in meinen Augen.
(26.06.2012, 09:06)Bulungi schrieb: [ -> ]Das wäre eine wunderbare Sache. Es würde die Annäherungen sehr vorantreiben und den int. Status der DVRK weiter verbessern. Kaesong mit seiner gut erhaltenen, traditionell, koreanischen Altstadt in seiner kompakten Form, ist ein idealer Kandidat in meinen Augen.

Ob sich die Verantwortlichen das gut überlegt haben?
Mit dem Weltkulturerbe"verein" sich einzulassen, kann kompliziert werden.Big Grin
Eine begrüßenswerte Sache ist es natürlich. Fachlich kann ich das nicht beurteilen, aber eine gewisse Öffnung setzt das voraus.

Eine spannende Entwicklung.
Bedeutende Kulturgüter Nordkoreas - wie die Wandmalereien der Koguryo-Gräber aus dem 4. - 7. Jhdt. zwischen Pyongyang und dem Kuwolsan - sind bereits in der Liste des UNESCO-Kulturerbes erfasst:
http://whc.unesco.org/en/list/1091

Nordkorea hat da also eine schon eine Erfahrung, wie der Zertifizierungsprozess bei der UNESCO abläuft.
Die Koguryo-Gräber kann man sich als Tourist auch anschauen, die Fresken allerdings gibts nur für einen gewissen Aufpreis zu sehen. So hab ich es jedenfalls erlebt. Kopien der Fresken kann man aber im historischen Museum in Pjöngjang betrachten.
Die Altstadt von Kaesong hab ich auch gesehen...nun...ob Weltkulturerbe oder nicht, ist meiner Meinung nach das gewisse Etwas oder der bewahrenswerte Seltenheitswert geschuldet. Beides kann ich in Hinsicht Kaesong nicht einschätzen.
Wohl habe ich keine anderen Altbauviertel in den Städten Nordkoreas gesehen, ich denen ich war. Man bekommt wirklich nur massig Neubauten vors Gesicht, bis auf wenige andere Dinge. Wie wir wissen, ist ja vieles dem Koreakrieg zum Opfer gefallen. Dass aber auch sehr vieles einfach abgerissen und durch Neubauten ersetzt worden ist, halte ich für sehr wahrscheinlich, denn in der DDR wurde es vielfach auch so gemacht. Ob es ähnliches, wie Kaesongs Altbauviertel in Südkorea gibt, weiß ich nicht.
Weltkulturerbe zu sein, bedeutet neben der großen Ehre auch erhebliche Einschnitte in die Baufreiheit ( nennen wir es mal so) und setzt wesentliche regelmässige Kontrollbefugnisse der Welterbekommision voraus.
Da müssen finanzielle Zahlen und Planungen zur Pflege des Erbes offen gelegt werden, Maßnahmen abgestimmt werden zum Erhalt,
Die Unesco behält sich unangekündigte besuche vor usw.
Die Statuten sind sehr umfangreich.

Welterbe bedeute auch mehr Touristenströme- mehr, als vielleicht die nordkoreanischen Guides noch bewältigen können.

Das will gut überlegt sein für Nordkorea, sich dieser Trasparenz zu stellen.

Schön wäre es auf jeden Fall.

sepp811

(26.06.2012, 20:34)gutbrod schrieb: [ -> ]Welterbe bedeute auch mehr Touristenströme- mehr, als vielleicht die nordkoreanischen Guides noch bewältigen können.
In Kaesong gab es ja schon einen wesentlichen Tourismus. Hyundai hat visumfreie Tagesfahrten gemacht, die wegen dem Kumgangsan-Vorfall dann auch eingestellt wurden. Aber von nordkoreanischer Seite kam man mit dem Tourismus in Kaesong gut klar, dass es diese vielen Touristen nicht mehr gibt war eine politische Entscheidung Südkoreas nach dem Todesfall im Kumgangsan. Die Nordkoreaner und Hyundai hätten sicher nichts dagegen gehabt, weiter auf die bewährte Weise mit den Touristen Geld zu verdienen. Und wenn es dafür mal wieder neue Wege gibt, wird man das bestimmt auch wieder machen, egal ob mit oder ohne Hyundai.
Klingt logisch. Der Tourismus ist eine Einnahmequelle, auf die das devisenarme Nordkorea nicht verzichten kann und der perspektivisch deshalb als Geschäftsfeld sicher weiter gefördert wird. Dazu dient auch die öffentlichkeitswirksame Aufnahme von besonderen Lokationen und Sehenswürdigkeiten in das Weltkultuerbe der Unesco.

gutbrod gebe ich recht, daß für den Tourismus Kapazitätsgrenzen schon existieren, die sich von vornherein aus der starken Begleitung und Überwachung der Besucher ergeben. Ich werde also die Zügel etwas lockerer lassen müssen, wenn ich mehr Touristen empfange. Daher wird sich die momentan ziemlich rigide Handlungsweise sicher etwas aufweichen.

Vielleicht wollen die Nordkoreaner aber nur aus Prinzip den letzten Rest ihres verbliebenen, materiellen Kulturgutes dauerhaft schützen und beabsichtigen gar nicht, dadurch weitere Touristen anzuziehen. Auch dies wäre eine Haltung, die ich begrüße.
Aber ist das wahrscheinlich?
Der UNESCO stehen jährlich Ca. 4 Mio Dollar zur Verfügung und unterstützen damit die Kulturstätten fachlich und materiell. Ist ja auch nicht schlecht, wenn man von dem Kuchen ein Stück ab bekommt.
4 Mio Dollar? Da könnten bei knapp Eintausend Welterbeobjekten bis zum einzelnen Objekt 4000 Dollar ankommen? Was für eine enorme Summe.....
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